Malivas amoralischer Fluch

BY : Hoellenspass
Category: German > Originals
Dragon prints: 1936
Disclaimer: This is a work of fiction. Any resemblance to real people, dead or living, is purely coincidental.

~2~
Homo homini lupus

Auch am nächsten Morgen war keine Besserung ihres Zustands in Sicht. Einige Sekunden lang überlegte Daria, ob sie heute noch einmal Zuhause bleiben sollte, entschied sich dann aber dagegen. Obwohl sie sich keiner Schuld bewusst war, hatte sie Theresa am Abend zuvor noch eine Nachricht geschickt, in der sie sich entschuldigte. Da sie keine Ahnung hatte, was genau sie eigentlich falsch gemacht hatte, erwähnte sie auch keinen Grund, aber sie erhielt ohnehin keine Antwort. Bei ihrem übereilten Aufbruch hatte sie noch gesagt, dass sie sich heute in der Schule sehen würden, und Daria wollte unbedingt mit ihr sprechen. Sie war ihre einzige Vertraute in dieser Sache; wenn sie ihren Beistand verlor, an wen hätte sie sich dann wenden sollen?

Außerdem hätte ihre Mutter mit Sicherheit darauf bestanden, heute noch einmal den ganzen Tag für sie da zu sein, falls sie wieder krankfeiern sollte, und das konnte Daria nicht verantworten. Heute würde ihre erste Vernisage in dem kleinen Kunsthandelladen Grünbergs stattfinden, und obwohl die erst am Nachmittag begann, musste Frau Kronenberg schon früher da sein, um die Plätze für ihre Gemälde festzulegen und weitere letzte Vorbereitungen zu treffen. Daria wusste, wie wichtig ihr dieses Ereignis war und hätte es ihr um keinen Preis verderben wollen.

Also quälte sie sich trotz ihrer körperlichen Beeinträchtigung zum Unterricht, doch hatte sie das Wagnis einer Entdeckung ihrer neuen Eigenheiten umsonst auf sich genommen. Theresa war nicht da und tauchte auch zu den späteren Stunden nicht auf. Nachdem alle ihre Hoffnungen auf ein klärendes Gespräch zwischen ihnen somit fürs erste zerschlagen worden waren, freute sie sich noch mehr darauf, heute endlich Daniel wiederzusehen. Jetzt, da Theresa sie im Stich gelassen hatte, war er ihr einzig verbliebener Verbündeter. Natürlich konnte sie mit ihm nicht so offen über das heikle Thema ihrer Verwandlung sprechen wie mit ihrer besten Freundin. Immerhin hatte selbst die sich anscheinend in letzter Konsequenz von ihrer neuen Ausstattung abschrecken lassen, wie konnte sie da erwarten, dass es ihm anders erginge? Er wollte schließlich möglichst bald mit ihr schlafen, für ihn war ihre Scheide sozusagen eine der Grundbedingungen ihrer Beziehung.

Trotzdem konnte sie es kaum noch abwarten, ihn zu treffen. In seinen Armen würde sie die Schrecknisse dieser Schicksalsschläge vielleicht für eine Weile vergessen können. Was sonst sollte ihr jetzt noch ein wenig Halt und Trost spenden in dieser verrückt gewordenen Welt, in der nichts sicher schien, weder Freunde noch das eigene Geschlecht? Sie hatten sich schon lange vorher für heute verabredet, noch bevor diese Abartigkeit über sie hereingebrochen war. Als sie Daniel erzählt hatte, dass sie den ganzen Tag alleine Zuhause ein würde, war er nicht mehr zu halten gewesen. Sofort hatte er darin die Chance erkannt, es endlich miteinander zu tun. Zwar hatte sie ihn daraufhin erst einmal wie sonst auch auf ein andermal vertröstet, doch hatte er sie dennoch unbedingt besuchen wollen, worüber Daria mehr als froh gwesen war. Da ihre Eltern nichts von ihrer Liebe erfahren durften, hatte er nie ihr Zimmer sehen können. Für gewöhnlich trafen sie sich in Cafés oder gingen ins Kino, nun freute sie sich darauf, in so vertrauter Umgebung mit ihm allein sein zu können.

Ihr war klar, dass Daniel nicht so schnell aufgeben würde. Er würde mit Sicherheit erneut versuchen, sie zu überreden, aber sie würde ihm verständlich machen müssen, dass sie noch nicht so weit war. Inzwischen konnte sie ihn ja gar nicht mehr ranlassen, diese Möglichkeit war ihr aus irgendeinem unerfindlichen Grund genommen worden. Allerdings wusste sie nun aus eigener Erfahrung, wie es war, einen Steifen zu haben ohne Aussicht auf Befriedigung, und Theresa hatte ihr gezeigt, wie weit zwei sich nahestehende Menschen gehen konnten, um sich zu helfen. Vielleicht würde sie ihn als Entschädigung ein bisschen mit ihren Brüsten spielen lassen, oder ihm sogar einen runterholen. Die Hauptsache für sie war, dass sie ihm vertrauen konnte und sich in seiner Gegenwart beschützt fühlte. Mit ihm an ihrer Seite würde ihr nichts mehr etwas anhaben können.

Den Vormittag über schien dieser Moment aber in unerreichbarer Ferne zu liegen. Nie zuvor in ihrem Leben war es ihr so schwergefallen, die Schule durchzustehen. Zum Glück war sie wenigstens beliebt. Jeder fragte sie, ob es ihr wieder gut ginge und was sie denn gehabt habe, doch trotz allem fühlte sie sich unendlich einsam. Sonst war Theresa immer bei ihr, aber nun von ihr getrennt, besonders in dieser ungewohnten Situation, in der ihr Körper nicht ihr selbst zu gehören schien, kam sie sich nur noch schwach und verletzlich vor.

So war sie zutiefst erleichtert, als der Unterricht vorüber war und sie nach Hause gehen konnte. Einen Augenblick lang überlegte sie, ob sie noch kurz bei Theresa vorbeischauen sollte, beschloß aber es sein zu lassen. Heute war Freitag, der Tag, an dem Theresa immer unabkömmlich war, weil in ihrer Familie der Hausputz anstand. Falls sie schon sauer auf sie war, wollte sie es nicht noch schlimmer machen, indem sie sie störte. Stattdessen beschränkte sie sich darauf, ihr auf dem Heimweg eine weitere Textnachricht zu schicken; eine weitere Entschuldigung unbestimmten Anlasses, diesmal mit der zusätzlichen Bitte um ein Treffen am nächsten Tag versehen.

Zuhause angekommen ging sie als erstes in die Küche, die gleich hinter der Diele lag. Normalerweise hätte sie hier um diese Zeit ihre Mutter vorgefunden, die damit beschäftigt gewesen wäre, das Mittagessen für sie beide vorzubereiten, heute jedoch war sie schon in der Gallerie. Ihr Vater war wie üblich noch bei der Arbeit und würde von dort aus direkt zur Vernisage weiterfahren. Daria freute sich für ihre Mutter, dass die Gallerie, die ihre Bilder vertrieb, tatsächlich eine Ausstellung für sie arrangierte – wahrscheinlich um deren Verkauf ein wenig anzukurbeln – doch nun so verlassen und ohne den gewohnten Essensgeruch umwehte das Haus einzig der kalte Hauch der Schwermut.

Bis auf einen Zettel auf dem Tisch war die Küche vollkommen leer. Die Notiz war in der Handschrift ihrer Mutter verfasst, die so winzig war, dass Daria sie nicht hätte entziffern können, wenn sie sich nicht dicht über den Tisch gebeugt hätte, also nahm sie das Blatt Papier in die Hand und las es im Stehen. Es besagte lediglich, dass auf dem Herd ein Topf mit Nudelsuppe stand, um ihren Magen wegen ihrer gestrigen Krankheit noch zu schonen, wie lieb ihre Mutter sie hätte und wie leid es ihr täte, dass sie nicht bei ihr sein konnte.

Daria warf einen Blick auf die Uhr an der Wand. Sie hatte noch Zeit. Zwar wollte Daniel gleich nach der Schule kommen, doch hatte er eine Stunde länger Unterricht als sie. Lustlos füllte sie einen Teller mit Nudelsuppe, machte ihn in der Mikrowelle warm und aß am Tisch sitzend. Sie hätte ebenfalls zu der Ausstellung ihrer Mutter gehen können, hatte sich aber von Anfang an dagegen ausgesprochen. Mit ihrem mangelndem Kunstverständnis hätte sie sich unter den Kritikern und Interessenten nur fehl am Platz gefühlt, außerdem verbrachte sie den Tag lieber mit Daniel. Auch wenn sie darin nicht die ultimative Gelegenheit zum Geschlechtsverkehr sah wie er, hatte sie sich gefreut, ungestört mit ihm hier sein zu können.

Sie hatte gerade aufgegessen und räumte den Teller in die Spülmaschine, als es auch schon klingelte. Sie rannte beinahe zur Tür hinüber, riss sie auf und fiel Daniel vor endlich erfüllter Sehnsucht um den Hals, sobald sie ihn erblickte. Er war ein ganzes Stück größer als sie, doch stellte sie sich auf die Zehenspitzen, um ihm einen stürmischen Kuss auf die Lippen zu schenken. Das tat Daria sonst nicht in der Öffentlichkeit, nun aber konnte sie nicht anders. Sie war so glücklich, Daniel zu sehen, dass es ihr gar nicht in den Sinn kam, die Nachbarn könnten sie sehen und vielleicht ihre Eltern darauf ansprechen. Versunken in das befreit aufbrandende Klopfen ihrer beider Herzen standen sie eine ganze Weile so in der offenen Tür da, ihre Lippen fest aufeinander gepresst, bis Daria sich irgendwann doch noch widerwillig von ihm löste.

Ein wenig beschämt lächelte sie ihn an. »Komm doch rein«, sagte sie und zog ihn sanft an der Hand in den großen Vorraum hinein. »Ich bin so froh, dich zu sehen.«

»Das merke ich.« Daniels Stimme klang verwundert, aber er erwiderte ihr Lächeln auf so liebevolle Weise, dass Daria ganz warm ums Herz wurde. Während sie nervös dastand und sich nicht entscheiden konnte, ob sie sich rückhaltlos dem Gefühl der Erlösung wegen Daniels Auftauchen hingeben sollte, oder ob die Befangenheit der ungewohnten Umstände sie nicht daran hinderten, sah er sich in der geräumigen, fast quadratischen Diele um. Es war beinahe schon eine Empfangshalle. Zwar besaß der Raum keine Fenster, nur drei Türen, die tiefer ins Haus hineinführten, trotzdem fiel durch die mit geriffeltem, halbdurchsichtigem Glas besetzte Eingangstür genug Licht, um ihn zu erhellen. Zwei der anderen Türen standen offen, die in der gegenüberliegenden Wand ging zur Küche hin, die auf der rechten Seite zum Wohnzimmer. Neben einer Garderobe mit großem Spiegel und einer offensichtlich antiken Kommode gab es noch ein recht düsteres Gemälde, das so aufgehangen worden war, dass es vom Eingang aus nich zu übersehen war. Es zeigte die Szenerie einer dunklen, regnerischen Häuserschlucht, komplett in Schwarz und Grautönen gehalten, der einzige Farbtupfer war der gelbe Regenmantel eines kleinen Mädchens, das dort mit melancholischem, ausdruckslosem Gesicht in die Ferne starrte, als warte sie auf irgendetwas.

Mit einem Mal fiel Daria wieder ein, dass Daniel gerade aus der Schule kam und besann sic hauf ihre Pflichten als gute Gastgeberin. »Möchtest du vielleicht etwas essen oder trinken?«, fragte sie, noch immer ein wenig unsicher. »Ich könnte dir Suppe anbieten.«

Kopfschüttelnd wandte Daniel den Blick von dem Bild ab und richtete ih auf Daria. »Nein, danke«, antwortete er freundlich. Aus Suppe hatte er sich nie viel gemacht. Dann deutete er auf das Gemälde. »Ist das von deiner Mutter?«

Daria nickte kurz, unentschlossen was sie sagen sollte. Ihrer Meinung nach zählte es zu den besseren Werken ihrer Mutter. Es enthielt einen vagen Hoffnungsschimmer, die Andeutung einer inneren Zufriedenheit, die das Mädchen im Regenmantel trotz der kalten, abweisenden Welt, die sie umgab, verspürte, gleichzeitig war es aber auch von derselben Abgründigkeit und Bizarrerie geprägt, die allen Schöpfungen von Frau Kronenberg innewohnten. Wenn sie es lange genug ansah, bekam sie immer wieder den Eindruck, das sich darin noch ein drohendes Unheil verbarg, das sie bislang nur nicht entdeckt hatte.

Daniel schien das aber entweder anders zu sehen, oder es störte ihn nicht. »Hübsch«, meinte er jedenfalls schlicht, Darias Augen eindringlich mit den seinen erforschend.

Es fiel Daria mehr als schwer, sich aus dem Bann dieser zwei leuchtend grauen Sterne zu reissen, aber schließlich konnten sie nicht den ganzen Tag lang hier untätig im Vorraum herumstehen. »Soll ich dir den Rest des Hauses zeigen?«

»Klar, das wäre nett.«

Also führte Daria ihn herum. Sie begann mit dem Wohnzimmer, doch nachdem es dort nicht allzu viel zu bestaunen gab, außer möglicherweise der recht beeindruckenden Opernsammlung ihres Vaters, stiegen sie bald in den ersten Stock hinauf. Da ihm das Bild in der Diele gefallen zu haben schien, setzte sie ihren Rundgang im Atelier fort, wo sie ihm die unfertigen Werke ihrer Mutter begutachten ließ. Auch in die übrigen Räume warfen sie einen kurzen Blick, allerdings drängte Daria immer schnell weiter, weil es in ihnen kaum etwas von Interesse gab. Erst als sie vor der verschlossenen Tür des ›verbotenen Zimmers‹ ankamen, geriet sie ins Stocken.

»Das ist, äh ...«

»Das Zimmer deiner Schwester?«, fragte Daniel anteilsvoll.

Beinahe unmerklich nickte Daria. Sie sprach nicht gern über ihren Verlust. Er war einfach zu schmerzlich, als dass sie das hätte ertragen können, trotzdem hatte sie Daniel einmal davon erzählt. Er hatte sie offen nach Geschwistern gefragt, so hatte sie keine andere Möglichkeit gesehen, als ihm von Lena zu berichten, wollte sie ihn nicht anlügen. Sie hatte ihre Ausführungen so kurz wie möglich gehalten, und Daniel hatte sich verständnisvoll genug gezeigt, nicht weiter nachzubohren.

Zum Glück bestand er auch jetzt nicht auf weiteren Erklärungen. »Schon gut«, sagte er sanft, »warum zeigst du mir nich einfach dein Zimmer?«

Wieder nickte Daria schwach. Das war nun ohnehin der einzige Raum, den sie noch nicht besichtigt hatten. Ihre Tür lag gleich daneben, am Ende des Ganges. Mit neugewonnener Selbstsicherheit brachte sie die wenigen Schritte bis zu ihr hinter sich, öffnete sie und trat ein.

»Das ist es«, sagte sie nicht ohne Stolz, während sie ein wenig zur Seite ging, damit Daniel sich umsehen konnte. Hier hatte sie alles selbst ausgesucht und zusammengestellt: die Möbel, den Teppich, die Vorhänge; alles war perfekt aufeinander abgestimmt und entsprach bis ins kleinste Detail ihren Vorstellungen. Sie wäre sogar so weit gegangen zu behaupten, dieses Zimmer spiegelte ihr ganzes Selbst wider. In jedem Akt, mit dem man etwas erschuf, konnte man gar nicht anders, als seine eigene Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen, und in dieses Projekt hatte sie ihr ganzes Herzblut gesteckt. Es hatte ewig gedauert, doch mittlerweile war es fertiggestellt. Nach und nach waren alle Überbleibsel ihrer fühen Kindheit, in der ihre Eltern noch für sie entschieden hatten, verschwunden und durch Dinge ersetzt worden, die mehr ihr Wesen einfingen. Es war auch ebenso tadellos aufgeräumt und sauber wie sonst. Die plötzliche Umwandlung ihres Geschlechts mochte sie völlig aus der Bahn geworfen haben, aber das hielt Daria nicht davon ab, ihr Zimmer in einem angemessenen Zustand zu halten.

Daniel blickte sich währenddessen mit gebotener Aufmerksamkeit darin um. Es war von einem orange-rötlichen Farbton dominiert. Die Tapete, das Sofa und die Vorhange waren in ihm gehalten, ebenso wie viele Accessoires, die hier und da verteilt waren. Die hintere linke Seite des Raumes wurde von einem großen Bett eingenommen, auf dem Unmengen von Zierkissen lagen, ihm gegenüber stand das Sofa, unmittelbar vor einem Fernseher. Dazwischen befanden sich Schreibtisch, Stuhl und eine Lampe mit Schirm in der vorherrschenden Farbe, und gleich rechts von der Tür war der gewaltigste Kleiderschrank, den Daniel jemals gesehen hatte.

»Wow«, sagte er schließlich, nachdem er sich einen Eindruck von der Umgebung gemacht hatte, »echt schick hast du es hier.«

»Findest du?«, fragte Daria mit glänzenden Augen. Es erleichterte sie ungemein, dass ihm ihr Einrichtungsgeschmack zu gefallen schien. Es hatte sie viel Mühe gekostet, alles so hinzubekommen, wie sie wollte, und immerhin war die Suche nach Bestätigung ein grundlegendes menschliches Bedürfnis.

Daniel nickte bekräftigend. »Sehr hübsch«, sagte er mit einem angedeuteten Lächeln, »aber nicht halb so hübsch wie du.«

Glücklich lächelte Daria zurück. Seine Schmeicheleien waren weder etwas Neues für sie noch besonders originell, aber trotzdem hatten sie in diesem Moment eine ungemein beruhigende Wirkung auf sie. Zwar hatte er noch keine Ahnung von der Abnormität, zu der ihr Unterleib vor kurzem verkommen war, doch ließ seine ungebrochene Zuneigung zu ihr ihre angeschlagene Seele sich zumindest ein Stück weit erholen.

»Du bist lieb«, sagte sie, trat dicht vor ihn und ließ sich wieder in seine Arme sinken. Dieses Mal war ihre Umarmung allerdings weitaus weniger stürmisch als zuvor bei ihrer Begrüßung. Die war aus dem Affekt heraus geschehen, aus ihrer Sehnsucht nach Nähe und Geborgenheit und ihrer unbändigen Freude darüber, mit Daniel endlich wieder einen Verbündeten an ihrer Seite zu haben, nun jedoch hatte sie sich wieder unter Kontrolle. Zwar verspürte sie noch immer das drängende Verlangen, Schutz bei ihm zu suchen, sich einfach von ihm halten zu lassen und seine Wärme zu genießen, aber gab sie dem nur beherrscht nach. Wohl wissend, was sie tat, klammerte sie sich an ihn, die Hände hinter seinem Rücken verschränkt und den Kopf an seine Brust gelehnt.

Doch auch wenn diese Umarmung sehr viel besonnener verlief als die vorige, irritierte sie Daniel. Sonst war Daria nicht so anhänglich oder empfänglich für seine Komplimente. Irgendetwas musste in der Zwischenzeit passiert sein, das sie ihn als ihren Rettungsanker wahrnehmen ließ, und obwohl er keine Ahnung hatte, worum es sich dabei handelte, erkannte er darin die perfekte Gelegenheit, sie endlich rumzukriegen.

Sanft hob er ihren Kopf an, um ihr starr in die Augen sehen zu können. »Du weisst, ich liebe dich und bin immer für dich da«, sagte er mit festem Blick, ganz so als sei Daria für ihn das einizge von Bedeutung in der Welt. Solch ein überzeugender Hinweis auf eine tiefere Verbundenheit brachte den Widerstand von Mädchen eigentlich immer auf kurz oder lang zum Schmelzen und verfehlte auch jetzt nicht seine Wirkung. Daniel konnte an ihrem Gesicht ablesen, wie sehr sie diese Worte berührten.

Von diesem Erfolg ermutigt wagte er sich ein wenig weiter vor. Während Daria noch verliebt zu ihm hochschaute, beugte er sich zu ihr hinab, um sie innig zu küssen. Das würde sie ihm nicht verwehren, so weit hatte er sie immerhin schon einmal, aber es würde den Weg bereiten für mehr. Solange er sie vorsichtig Schritt für Schritt weiterführte, wäre die hier seine große Chance, das spürte er. Tatsächlich empfing sie seinen Kuss nicht einfach teilnahmslos, sondern warf sich ihm förmlich entgegen. Sonst blieb sie dabei immer passiv. Zwar hatte sie es anstandslos geschehen lassen, als er ihr das erste Mal die Zunge in den Mund geschoben hatte, schien jedoch auch nicht übermäßig davon angetan zu sein. Nun jedoch drückte sie ihm von sich aus die Lippen auf, umspielte seine Zunge mit der ihren und schmiegte sich dicht an ihn.

In diesem Moment wusste Daniel, dass er gewonnen hatte. Er hatte sein Ziel so gut wie erreicht, alles, was er jetzt noch zu tun brauchte, war, sie in eine entspannte Lage zu bringen und sie dort in eine Wolke des Wohlgefühls einzuhüllen. Die Couch bot sich dafür geradezu an. Sie stand in unmittelbarer Nähe, auf ihr würde Daria sich umsorgt vorkommen und es würde sein Vorhaben mit Sicherheit besser verschleiern als sich mit ihr aufs Bett zu setzen. Ohne den Kuss zu unterbrechen dirigierte er Daria sanft zu ihr hinüber und ließ sich gemeisam mit ihr auf die feueropalfarbenen Bezüge nieder. Eine Weile beließ er es dabei. Als hätte er nichts weiter im Sinn als genau das, saß er ruhig neben Daria, hielt sie fest an sich gedrückt und presste die geöffneten Lippen auf ihre, dann jedoch entzog er ihr verstohlen eine seiner Hände, die sich wie zufällig auf ihre Brust legte, während sie sich beständig weiterküssten. Wieder wartete er einen Moment ab, bevor er in seinem Bestreben fortfuhr, aber nachdem er statt auf Proteste nur auf ergebene Leidenschaft traf, begann er die gerade in ihrer Entstehung begriffene, kleine Halbkugel unter seiner Handfläche zärtlich zu streicheln.

Entgegen seiner Hoffnung merkte Daria sehr wohl, wie vorsichtig er sich ihr immer mehr aufzwängte, doch ließ sie ihn gewähren. Er hatte auch schon bei vorigen Gelegenheiten, wenn sie miteinander rumgemacht hatten, versucht, auf diese Weise an ihr herumzuspielen. Da hatte sie ihn immer abblitzen lassen, nun aber störte es sie nicht. Es tat gut, seine Hände auf sich zu spüren; die intime Berührung ließ sie die Hilflosigkeit ihrer Situation für ein paar kostbare, flüchtige Augenblicke vergessen. So hielt sie ihn nicht einmal auf, als er ihr das Shirt hochschob und die Brust darunter befingerte. Es war einfach zu schön, als dass sie gewollt hätte, dass es endete, außerdem hatte sie ohnehin schon im Vorfeld überlegt, ihm diese kleine Freude zu gönnen. Gestern noch hatte sie sich ausgiebig von Theresa betasten lassen, da war es nur fair, ihm dasselbe zuzugestehen.

Erst als seine Hand plötzlich tiefer hinabwanderte und am Verschluß ihrer Hose herumfummelte, schreckte sie aus ihrem tranceähnlichen Zustand auf. Keinesfalls durfte Daniel zu Gesicht bekommen, was mit ihr geschehen war, was sollte er denn sonst schon anderes tun, als sich genau wie Theresa von ihr abzuwenden? Trotzdem fehlte ihr jetzt die Kraft, sich ihm zu entwinden. Sein Begehren war Balsam für ihren geschundene Geist, auf den sie nun nicht mehr verzichten konnte. Sie fühlte sich wie Wachs in seinen Händen, unter deren sinnlichen Liebkosungen sie jeglichen Willen verlor.

Schwach wie seine Zuneigungsbezeugungen sie gemacht hatten, erschien es ihr unmöglich, sich ihm zu widersetzen. Nur ein einziges Wort des Einspruchs entlöste sich ihr, als ihre Lippen sich zum Luftholen für einen Sekundenbruchteil voneinander trennten. »Nicht ...«, hauchte sie leise und tonlos wie das weit entfernte Krächzen eines Raben in einem großen dunklen Wald.

Daniel ließ sich davon nicht stören. Vielleicht hatte er sie gar nicht gehört, zumindest hielt er nicht einmal in dem Versuch inne, sie von jeglicher überflüssiger Kleidung zu befreien. Mit geschickten Fingern öffnete er Knopf und Reißverschluß der Hose und bemühte sich, sie von Darias Beinen zu ziehen. Das war allerdings nicht ganz einfach. Zwar wehrte sie sich nicht, aber ohne ihre Mithilfe war es schwierig, den Stoff unter ihrem Gesäß hervorzuzerren. Dazu musste er ein Stück weit von ihr abrücken und beide Hände benutzen, dann stellte dieses kleine Hindernis aber kein Problem mehr dar. Bald hatte er es geschafft, sie völlig aus der Hose zu kriegen, die er achtlos zu Boden fallen ließ. Mit einem Lächeln, das Vertrauen und Zuneigung in Daria wecken sollte, wandte er sich ihr wieder zu, erstarrte sofort darauf jedoch.

Sein Blick war auf Darias Unterleib gefallen und was er dort sah, machte ihn stutzig. Anders als bei anderen Mädchen lag ihr Slip nicht eng zwischen ihren Beinen an, sondern wurde irgendwie ausgebeult. Es war, als stecke etwas darunter, als verberge sie etwas Rundes in ihrem Höschen. So etwas hatte Daniel noch nie zuvor gesehen. Nein, das stimmte nicht ganz, er hatte genau das sehr wohl schon einmal gesehen, bei sich selbst nämlich. Die Ausbuchtung in dem dünnen Gewebe unterschied sich nicht von der in seiner eigenen Unterhose, nur konnte der Grund dafür natürlich unmöglich derselbe sein. Aber was hatte Daria dann da? Lief sie etwa den ganzen Tag mit einem Vibrator in sich herum?

Neugierig geworden streckte er langsam die Hand nach dem Saum des Slips aus und zog die Vorderseite ein wenig hinunter. Nach und nach sank der Bund tiefer, immer mehr einer Art Stange enthüllend, die dort in Darias Schritt baumelte, bis sie endlich in voller Pracht zu bestaunen war.

Der Anblick verschlug Daniel den Atem. Nun, da das merkwürdige Teil so offen vor ihm lag, konnte es keinen Zweifel mehr geben: Es war eindeutig ein Penis, der da im Intimbereich des Mädchens hing. Aber das konnte doch gar nicht sein! Oder war Daria in Wirklichkeit ein Junge? Hatte sie sich nur verkleidet, um ein Leben als Frau zu führen? Doch auch dieser Gedanke war letztlich Unsinn. Er hatte vorhin deutlich ihre Brüste gespürt; das war nicht einfach ein ausgestopfter Büstenhalter gewesen, die waren ohne jede Frage echt, und ihre Gesichtszüge waren von einer anmutigen Schönheit, die einzig Frauen besaßen.

Somit verblieb nur noch eine Möglichkeit. Seine feste Freundin war ein Hermaphrodit. Er hatte schon davon gehört, das dieses Phänomen auch bei Menschen auftrat, hatte aber nie geglaubt, ihm jemals so von Angesicht zu Angesicht zu begegnen. So weit er wusste, kam es nur sehr selten vor, außerdem konnte man sich chirurgisch angleichen lassen.

Eine geraume Zeit lang sahen sich die beiden bloß reglos an, wie zwei Einbrecher, die sich plötzlich erschrocken im Schein der Taschenlampe des jeweils anderen wiederfanden. Währenddessen starrte Daniel unentwegt auf Darias schlaff herabfallenden Schwanz. Was er auch tat, er konnt sich einfach nicht davon abwenden. Diese Offenbarung mochte ungeheuerlich sein, aber sie war auch ungemein faszinierend. Die zahllosen unglaublichen Einzelheiten hämmerten auf ihn ein wie Regentropfen auf ein Blechdach. Als erstes fiel ihm auf, dass Daria nicht beschnitten war, was ihn seltsamerweise etwas verwunderte. Ob nun Hermaphrodit oder nicht, bei ihrer Abstammung hätte er einfach angenommen, dass sie beschnitten sei, doch ihre Vorhaut bedeckte unangetastet die Eichel, setzte sich noch ein wenig fort und bildete einen kleinen Zipfel an ihrem Ende. Zudem merkte er schnell, dass das Ding mindestens so groß war wie seines. Das setzte ihm ebenfalls ein bisschen zu, wenn auch nur unbewusst. Es gehörte zu seiner Natur, in allem der Beste sein zu wollen, und dass der Schwanz eines vier Jahre jüngeren Mädchens seinen eigenen um vielleicht einen Zentimeter überragte, ärgerte ihn insgeheim.

Trotzdem fühlte er sich nicht abgestoßen, unerklärlicherweise wuchs sein Verlangen nach Daria nur noch mehr. Natürlich hatte sie immer noch ein berauschendes Aussehen, und ihre Geschlechtsteile so präsentiert zu bekommen, musste einen ja scharf machen, wie auch immer die nun einmal beschaffen waren. Umso drängender stellte sich die Frage, ob er wie geplant fortfahren oder sein Vorhaben ganz aufgeben sollte. Noch immer auf Darias Gehänge hinabschielend überlegte er. Er hatte sie so gut wie rumgekriegt und sie war ein so verlockendes Schmuckstück, dass es schade gewesen wäre, jetzt aufzugeben, aber sollte jemals jemand erfahren, dass er es mit einem Mädchen getrieben hatte, das einen Penis statt einer Scheide besaß, wäre er für den Rest seines Lebens zum Gespött seines gesamten Freundeskreises geworden.

Andererseits machte diese Eigenheit Darias seine Sache nur einfacher. Es war kein Wunder, dass sie sich so gesperrt hatte, mit ihm zu schlafen, sie hatte Angst, dass er sich von ihr abwand, wenn er ihr Geheimnis herausfand, doch nun da das unumkehrbar geschehen war, hoffte sie offensichtlich mit jeder Faser ihres Körpers, dass seine Reaktion anders ausfallen würde. Man brauchte sie nur anzusehen: die unmissverständliche Furcht vor Zurückweisung, die ihr Gesicht zeichnete, das Zittern ihrer Lippen und ihre vor Entsetzen aufgerissenen Augen. Oh ja, sie bettelte geradezu nach irgendeinem noch so winzigen Zeichen seiner Zuneigung. Jeder Mensch sehnte sich vor allem nach zwei Dingen, Liebe und Verständnis, das wusste Daniel, darauf beruhte sein ganzer Umgang mit seinen Anbandelungen, doch keine von ihnen hatte seine Zuwendung je so nötig gehabt wie Daria in diesem Moment. Ihre Dankbarkeit würde keine Grenzen kennen und da sie in dieser Hinsicht mit einer gewissen Einschränkung zu kämpfen hatte, blieb ihr kaum eine andere Wahl, als ihm die Körperöffnung anzubieten, auf die er es am meisten abgesehen hatte.

Der Analverkehr hatte ihn schon immer besonders angesprochen, sobald ihm diese Abart bekannt geworden war. Noch bevor er selbst in deren Genuß gekommen war, fesselte ihn bereits ihre Abseitigkeit. Alleine der Umstand, dass man dabei nicht auf das dafür vorgesehene Geschlecht einer Frau zurückgriff, sondern gerade auf dieses Loch, das für die meisten Menschen mit Ekel behaftet war, hatte eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf ihn ausgeübt. Auf diese Weise hatte es etwas Schmutziges, sogar etwas Unnatürliches an sich, und das machte ihn unsagbar an. Noch weitaus mehr erregte ihn jedoch eine Tatsache, auf die er erst gestoßen war, als er versucht hatte, eine seiner Eroberungen dazu zu überreden und seine Bemühungen letztlich von Erfolg gekrönt waren: Die meisten kostete es einiges an Überwindung sich darauf einzulassen und das nicht ohne Grund. Im Allgemeinen schienen sie es als unangenehm, oftmals auch schmerzhaft zu empfinden, sie taten es einzig für Daniel, der diese Aufopferung nur mit dem Ziel des eigenen Lustgewinns entgegennahm. Zwar hatte er im Laufe seiner zahlreichen Verführungen auch ein paar getroffen, die selbst nicht abgeneigt waren, das einmal zu probieren und denen es letztendlich Spaß gemacht hatte, aber wirkliche Befriedigung konnte er in diesen Fällen nicht erlangen. Irgendetwas fehlte ihm dann immer. Tief in seinem Inneren, verborgen unter mehreren Persönlichkeitsschichten, der Erziehung und der Selbstauffassung, niemandem etwas zuleide tun zu wollen, wusste er, dass es sich dabei um die Gewissheit handelte, dass es allein um ihn ging. Er wollte, dass sie es nur ihm zuliebe taten, dass sie sich nur widerwillig darauf einließen und dass es ihnen kein Vergnügen bereitete.

Daniel war mehr als neugierig, welche Einstellung Daria wohl in diesen Belangen hatte. Sie verstand sich trotz ihres beachtlichen Gehänges offenbar als weiblich, betrachtete sie dann ihr Rektum als Äquivalent einer Scheide oder würde sie nur durch ihren Penis einen Höhepunkt erlangen können? Natürlich wäre es ihm ohnehin lieber, wenn es ihr nicht kommen würde, auch weil er sich dann weniger Gedanken um seine eigene Sexualität machen müsste, aber so oder so würde er ihr Teil auf keinen Fall berühren, das war klar. Dennoch brannte er darauf, sich in ihr erleichtern zu dürfen, und dieser Moment war nahe, das konnte er deutlich spüren, als sie nun mit angsterfülltem Blick zu ihm aufsah und den Mund öffnete, um etwas zu sagen.

Damit war seine Chance gekommen. Noch bevor sie einen Ton herausbringen konnte, strich er ihr zärtlich über die Wange. »Schon gut, du musst nichts erklären«, sagte er beruhigend. »Ich weiß Bescheid. Du kannst doch nichts dafür, so bist du eben zur Welt gekommen. Das ist doch nicht schlimm, die Hauptsache ist doch, dass wir uns lieben, oder?«

»Aber du verstehst das nicht!«, rief Daria. »Ich ... ich bin ...«, setzte sie stammelnd hinzu, bevor sich ihre Stimme ganz verlor. Ihr fehlten schlicht die Worte, um zu beschreiben, was ihr widerfahren war. Die Lippen noch immer zum Sprechen leicht geöffnet, überlegte sie, wie sie Daniel die ganze Sache erklären könnte, bis er sich plötzlich vorlehnte und sie mit einem neuerlichen Kuss versiegelte.

Nur zu gerne ließ Daria ihn gewähren. Wie von den Wogen seiner Zuneigung fortgerissen wurde jede Rechtfertigung überflüssig. Was machte es denn schon, wenn er glaubte, sie sei so geboren worden? Vielleicht würde sie später eine Möglichkeit finden, ihm ihre Not zu erläutern, und vielleicht würde er ihr dann sogar helfen können, doch vorerst gab sie Daniel vollkommen recht. Für den Moment war nichts weiter von Bedeutung als ihre Liebe.

Ein warmes Gefühl der Zusammengehörigkeit durchströmte sie, das sogar noch anhielt, als Daniel plötzlich ein wenig Abstand von ihr nahm. Nachlässig begann er nun damit, sich selbst zu entkleiden, und Daria war sich völlig im Klaren darüber, was das zu bedeuten hatte. Offenbar hielt er den Moment für gekommen, ihrer Liebe auch körperlichen Ausdruck zu verleihen. Das warf natürlich die Frage auf, wie sie sich jetzt verhalten sollte. Es wäre nicht weiter schwierig gewesen, ihn wie ursprünglich geplant noch einmal abzuwimmeln, ehe er zu aufdringlich wurde, aber irgendetwas hielt sie davon ab. Wahrscheinlich war es genau diese Intimität, die sie reglos verharren ließ. Daniel hatte sich nicht von ihr abgewandt, nun da sie ihn am meisten brauchte, sondern hatte ihr trotz ihrer widerwärtigen Verwandlung etwas gegeben, wovon sie in dieser Lage nicht zu träumen gewagt hatte: eine Umarmung und mit ihr die Gewissheit, dass ihre Herzen zusammengehörten. Er akzeptierte sie so, wie sie war, und diese Vertrautheit wollte sie nie wieder entbehren müssen. Sie wollte Daniel einfach nicht verlieren; er war das Letzte, was ihr in ihrem Leben noch Halt gab. Wenn er auch noch verschwand, wäre jede Hoffnung, dass sich irgendwie alles wieder zum Guten wenden würde, endgültig dahin.

Schließlich hatte er es geschafft, seinen Gürtel zu öffnen und Jeans samt Unterhose abzustreifen. Als er Daria dauraufhin erwartungsvoll anblickte, musste sie endlich eine Entscheidung treffen. Sollte sie seinem Verlangen nachgeben oder ihn noch um einen weiteren Aufschub bitten? Nun, er hatte seine Loyalität ihr gegenüber unzweifelhaft bewiesen, damit war es wohl an ihr, seinen Anforderungen gerecht zu werden.

Ihr Slip hing noch immer knapp unterhalb ihres Schritts. Unmittelbar nachdem er ihr Geheimnis freigelegt hatte, war Daniel zu erschrocken gewesen, um ihn tiefer hinabzuzerren. Als Zeichen ihrer nun doch noch erfolgten Zustimmung beendete sie sein Vorhaben und streifte ihn sich vollends von den Beinen. Dann griff sie nach dem Saum ihres Oberteils, zog es sich über den Kopf und ließ zuletzt auch noch ihren Büstenhalter fallen. Somit hockte sie gänzlich unbekleidet vor Daniel auf dem Sofa, seinem unnachgiebigen Starren schutzlos ausgeliefert. Das war nicht einmal ein bewusster Gedanke gewesen, sie war einfach einer plötzlichen Eingebung nachgegangen. Sie verband den Geschlechtsakt eben untrennbar damit, jemandem so nahe zu sein wie nur möglich, körperlich wie seelisch, und ein Stück Stoff zwischen ihnen hätte dieses Empfinden bloß gestört.

Daniel schien das hingegen anders zu sehen. Er machte keine Anstalten, sein Shirt auszuziehen, ihm reichte es offenbar, lediglich seinen Unterkörper zu entblößen. Das genügte natürlich für ihre Zwecke, befand Daria, und wenn es ihm lieber war, sein Shirt anzubehalten, sollte er seinen Willen haben. Auch so war alles enthüllt, worauf es ankam, und sie nutzte die Gelegenheit, sich den Penis ihres Freundes genauer anzusehen. Immerhin war dies nicht nur das erste Mal, dass sie ihn zu Gesicht bekam, sondern überhaupt einen, sah man einmal von ein paar Abbildungen in Schulbüchern und ihrem eigenen ab. Steif ragte er aus Daniels Schritt hervor, unterschied sich ansonsten aber nicht merklich von ihrem. Rosafarben und leicht geädert, die Eichel von der Vorhaut verborgen, hüpfte er vor ihren Augen auf und ab.

Obwohl Daniel sie ebenso eindringlich betrachtete wie sie ihn, war ihre Neugier ihr ein wenig peinlich. Andererseits war sie offen gestanden wohl auch der Hauptgrund, aus dem Daria letztlich ihre Einwilligung zu dieser Sache gegeben hatte. Zwar fühlte sie sich Daniel tatsächlich verpflichtet, aber viel mehr noch war sie nun selbst von dem Wunsch beherrscht, zu erfahren, wie es war, einen Schwanz in sich zu spüren. Das lag vor allem an ihrem gestrigen Erlebnis mit Theresa. Zuvor hatte sie nie auch nur über die Möglichkeit eines Analverkehrs nachgedacht. Auch wenn ihr in irgendeinem abelegenen Winkel ihres Verstandes klar gewesen war, dass so etwas existierte und es wohl auch Frauen gab, die das mochten, hatte sie kein Interesse dafür aufbringen können. Sie hielt ja schon die Sexualität an sich für absonderlich genug, doch diese ihrer Auswüchse musste ein weitere Aspekt des immerwährenden Triebes des männlichen Geschlechts sein, sich das weibliche zu unterwerfen.

Diese Meinung war allerdings ins Wanken geraten, als sich Theresas Finger zufällig in ihren After gebohrt hatte. Das war zunächst nur ein höchst merkwürdiges Gefühl gewesen, wie eine unerwartete, unbeabsichtigte Berührung eines Fremden, die einen unweigerlich erröten ließ und gleichzeitig ein aufregendes Kribbeln auslöste, doch nachdem der erste Schreck vergangen war, hatte dieses Eindringen sie mit ungeahnter Lust überspült. Trotzdem war sie in den wenigen Stunden danach bisher noch nicht auf die Idee verfallen, jemals jemanden da ranzulassen, erst jetzt, da sie Daniels Penis vor sich hatte, genau dort auf Einlass pochend, war sie bereit, sich diese Geneigtheit einer Wiederholung einzugestehen. Am vorigen Tag hatte diese ungewohnte Sensation ihr einen so intensiven Orgasmus eingebracht, wie sie ihn noch nie erfahren hatte, vielleicht würde es heute ähnlich werden.

Fieberhaft sucht Daria nach jeder noch so kleinen Information in ihrem Gedächtnis diese Praktik betreffend, fand jedoch nicht viel. Das einzig Nützliche, was ihr einfiel, war die Stellung. Daniel würde sie von hinten nehmen müssen, das war nur logisch, und so weit sie das beurteilen konnte, knieten sich die Frauen dabei hin oder lehnten sich irgendwo über, also entschied sie, es genauso zu machen. Die Armstütze der Couch war nicht hoch genug, als dass sie entspannt auf ihr hätte liegen können, außerdem hätte sie ihren Oberkörper dann frei in der Schwebe halten müssen, aber ihre abgerundete Oberfläche war perfekt, um die Hände auf ihr ruhen zu lassen.

Überrascht bemerkte sie, dass sie instinktiv einen ihrer Arm vor die Brust und den anderen vor die Schamgegend hatte wandern lassen, während sie in Gedanken versunken gewesen war. Es kostete sie einiges an Willenskraft, sie wieder sinken zu lassen, und noch viel mehr, sie an der Kante der Couch in Position zu bringen, doch irgendwie schaffte sie es. Dort hockte sie dann, die Arme auf den Sofarand gestützt, den Hintern erhoben, wie eine Kurzstreckenläuferin unmittelbar vor dem Start, jeder einzelne Muskel beinahe schmerzhaft angespannt. Tatsächlich musste sie sich beherrschen, nicht einfach aufzuspringen und davonzurennen, und der Sieg über die eigenen Ängste ist nur schwer zu erringen. Sie kam sich vor wie ein Hund an der Leine, zur Zucht bestimmt und nun angebunden, damit der für sie ausgewählte Partner sie bespringen konnte.

Mit vor Aufregung wild pochendem Herzen, die Finger krampfhaft in den Bezug des Sofas gekrallt, wartete sie darauf, dass es so weit war, dass Daniel sie packen und begatten würde, ganz so als sei sie die zur Paarung bereitgestellte Artgenossin, als die sie sich ihm präsentierte. Ohne diese Reaktion unterdrücken zu können, zuckte sie sogar erschrocken zusammen, als ihre auf Flucht eingestellten Nerven den Impuls einer Berührung auf einer ihrer ausgestreckten Pobacken wahrnahmen, dabei war es nur Daniels Hand, die sich sanft auf sie legte. Sie hoffte zwar, dass er davon nichts mitbekommen hatte, befürchtete aber, dass das kaum möglich war. Der Schauder, der sie durchlaufen hatte, war wohl zu heftig gewesen, als dass er ihm entgangen sein könnte. Wahrscheinlich war das der Grund dafür, dass er nun erst einmal beruhigend beide Seiten ihres Hinterteils streichelte, bevor er sie fester umschloß und ein wenig auseinander zog. Auf diese Weise teilte sich ihre in dieser Stellung ohnehin leicht klaffende Gesäßfalte noch etwas weiter und vermutlich wurde selbst ihr Anus mit aufgespreizt, jedenfalls spürte sie Kälte in ihn fließen, als würde Luft an einen Ort in ihrem Körper gelangen, wo keine hingehörte.

Dieses Gefühl hielt aber nicht lange an, denn schon im nächsten Augenblick wurde diese Lücke wieder geschlossen, als die Eichel sachte gegen sie gedrückt wurde. Wollusttropfen – ein Phänomen, mit dem Daria inzwischen aus eigener Erfahrung vertraut war – schienen sie feucht und glitschig gemacht zu haben, doch das trug kaum dazu bei, ihre Nervosität zu mildern. Schon jetzt, da sie nur lose zwischen ihre Hinterbacken geschoben war, drängte die große Penisspitze sie bereits deutlich auseinander, außerdem machte die Art, wie sie stumpf gegen sie stieß, unmissverständlich klar, dass sie um einiges umfangreicher war als das Loch, das ihr zugestanden worden war. Würde das überhaupt funktionieren? Immerhin war Daniel vier Jahre älter als sie, war damit sein Schwanz nicht schon zu groß, um in diese winzige Öffnung zu passen? Und falls es doch gehen sollte, würde es nicht unweigerlich wehtun?

Das war zunächst jedoch nicht der Fall. Als Daniel sich ihr vorsichtig entgegenbewegte und seine Eichel langsam in ihr Rektum drang, war es zwar unangenehm, aber es schmerzte nicht. Sie fühlte, wie ihr After immer weiter gedehnt wurde, während sich die breiter werdende Spitze des Schwanzes in sie schob, sich eng um das ungewohnte Objekt ziehend, doch das Irritierendste war, das es in sie hineinfuhr. Auch wenn ihr Verstand auf diese Umkehr der Gegebenheiten vorbereitet gewesen war, protestierte ihr Anus dagegen. Für seine Begriffe konnte das nicht richtig sein, und das meldete er mit einem Wirbel wie von Schmetterlingen, der von ihrem Magen ausging und sich bis in ihre Brust fortsetzte. Obwohl er so gegen seine ungebührliche Nutzung aufbegehrte, machte es Daria unerklärlicherweise an. Sie kam sich vor, als würde sie Theresa heimlich beim Masturbieren beobachten. Die Gefahr entdeckt zu werden und das Wissen, etwas Verbotenes zu tun, würde ganz ähnliche Empfindungen in ihr auslösen wie jetzt: ein schuldbewusstes Kitzeln, das ihren gesamten Torso mit Unbehagen erfüllte, ihre aufkeimende Lust aber dennoch weiter entfachte.

Schließlich schaffte Daniel es, seine Eichel vollständig in sie zu zwängen, und Daria spürte, wie sich ihr Schließmuskel hinter dieser Verdickung schlagartig wieder verdichtete. Damit hätte sie den beschwerlichsten Teil eigentlich überstanden haben sollen, wurde ihr Anus doch nun weniger auseinander gezerrt wie zuvor, trotzdem gestaltete sich die Sache ab hier schwieriger statt leichter. Der Schaft von Daniels Penis bohrte sich nur ruckweise in sie, sich mühsam Stück für Stück in sie hinein kämpfend, am engen Band ihres Arschlochs vorbei. Das tat nun doch etwas weh, wenn auch nicht so sehr, dass es ihre Erregung überstrahlt hätte. Es war, als klebte die Haut des Schwanzes an ihr fest, löste sich nur widerwillig und rutschte einen Zentimeter tiefer, bevor er wieder steckenblieb. Sie hatte den Eindruck, dass es vielleicht besser funktioniert hätte, wenn Daniel sein Teil irgendwie angefeuchtet hätte, brachte diesen Einwand aber nicht vor; dazu war dieser Sturm an Begehren, den dieses bloße Einführen in ihr verursachte, zu verheißungsvoll. Wenn die Eröffnung schon so reizvoll war, welche Freuden würden sie dann erst erwarten, wenn es richtig losging?

Unter diesen Umständen war es beinahe unmöglich, die ganze Länge in Darias Hintern zu versenken, doch mit einiger Anstengung gelang es Daniel endlich. Irgendwie hatte er mit viel Kraft seinen Penis bis zum Anschlag in sie hineinbekommen und verharrte so. Das war wohl dazu gedacht, ihr Gelegenheit zu geben, sich an diese neue, fremdartige Erfahrung zu gewöhnen, was auch dringend notwendig war. Daria kam sich wie ausgestopft vor. Als sie noch eine Scheide gehabt hatte, hatte sie sich dort nie etwas eingeführt, das hatte sie einfach nie als lohnend erachtet, deshalb fehlten ihr nun die Vergleichsmöglichkeiten, aber den Darm so ausgefüllt zu bekommen war jedenfalls höchst absonderlich. Es fühlte sich an, als stecke eine harte, unnachgiebige Eisenstange in ihr, die gerade so in sie hineinpasste, jeden verfügbaren Platz innerhalb ihrer Kehrseite für sich beanspruchte und ihren Anus einer konstanten Spannung aussetzte.

Während Daria sich noch darüber klar zu werden versuchte, ob in diesem Gewirr sich gegenseitig widersprechender Eindrücke, die ihre Sinne ihr da vermittelten, die angenehmen oder die weniger erstrebenswerten überwogen, begann Daniel sich mit einem Mal zu bewegen. In einem einzigen schlagartigen Zug wurde der Schwanz weit aus ihr hervorgerissen, bis er ihr Rektum fast verlassen hätte, bevor er auf dieselbe Weise wieder in sie gerammt wurde. Diesmal war es echter Schmerz, der Daria flüchtig durchzuckte, wie von einem Pflaster, das über ihren Hintereingang geklebt worden war und nun unversehens fortgezerrt wurde, ohne Rücksicht auf die empfindliche Stelle zu nehmen, an der es angebracht war. Fast glaubte Daria, die Innenwände ihres Kanals würden dem Penis ein bisschen folgen, so dicht hafteten sie aneinander, ein wenig aus ihr heraus, wenn Daniel sich von ihr entfernte und wieder in sie hinein, wenn er seine Hüfte vorschnellen ließ.

Diesen Gedanken verbannte sie allerdings ins Reich der Phantasie. Das konnte nicht sein, so untrennbar ihre Haut auch mit Daniels verbunden schien. Möglicherweise wölbte sich ihr Arschloch eine Winzigkeit ein und aus, je nachdem ob sich ihr Besucher gerade vor oder zurück streckte, aber mehr konnte einfach nicht passieren. Doch auch ohne die zusätzliche Erniedrigung, die eine dermaßen offene Zurschaustellung ihres analen Zugangs bedeutet hätte, waren die Umstände schon beschämend genug. Nie hätte sie sich träumen lassen, dass ihre Entjungferung ausgerechnet in ihrem Hintern stattfinden würde, denn als solche betrachtete sie das Ganze. Natürlich hatte sie es gestern schon mit Theresa getrieben, doch das zählte nicht richtig, fand sie. Da hatte sie ihr männliches Teil benutzt, und das war nun einmal nicht ihr angestammtes Geschlecht. Um ihr wirklich ihre Unschuld zu nehmen, musste jemand in sie eindringen, entschied sie – so wie jetzt, nur dass es sich dabei eben um das falsche Loch handelte.

Unweigerlich spürte Daria wie ihr das Blut in die Wangen schoß und sie erröten ließ. War es denn etwa keine Schande, die hier vor sich ging? Sie war sich nicht einmal sicher, ob sie das je mit sich hätte machen lassen, wenn ihre Scheide nicht plötzlich verschwunden wäre. Sie selbst zumindest wäre nie auf diese Idee gekommen. Vielleicht hätte sie irgendwann in ferner Zukunft, nachdem sie schon länger eine sexuelle Beziehung aufrecht erhalten hätten, letztendlich nachgegeben, falls Daniel darauf bestanden hätte, dennoch war ihr schlechtes Gewissen in diesem Moment übermächtig. Auch wenn ihre Eltern bei weitem nicht so streng waren wie Theresas, hatten sie ihr doch strikte Moralvorstellungen vermittelt, gegen die sie nun allesamt verstieß. Zwar war diese spezielle Angelegenheit nie zur Sprache gekommen, trotzdem hatte Daria keine Zweifel, dass sie es nicht gutheißen würden, dass ihre Tochter sich so bereitwillig in den Arsch ficken ließ, besonders in ihrem Alter. Es kam ihr sogar selbst verkehrt vor. Sie hatte immer versucht, sich bei allen Anlässen geradezu vorbildlich zu verhalten, doch hier saß sie nun vornübergebeugt auf ihrer Couch, den Ständer ihres Freundes tief in ihrem Hintern. Das war ganz ohne Frage eine Perversion, ein Exzess, zu dem sich einzig Schlampen hinreißen ließen.

Dass dem so war, trat in allen Belangen nur allzu deutlich hervor: es tat weh, es war ihr über alle Maßen peinlich und es war ihr allgemein nicht geheuer. doch obwohl demnach sämtliche Einzelheiten einem Wohlbefinden zuwider liefen, machten sie sie in der Summe entgegen jeder Vermutung an. Zudem hatte Daniel mittlerweile zu einem eigenen Rhythmus gefunden, der sie beide zufriedenstellte. Zwar hatte er ihr Gesäß von Anfang an mit wuchtigen, kraftvollen Stößen bearbeitet, nur hatten die zunächst noch etwas unkontolliert gewirkt, nun aber bewegte er sich mit einem beständigen unermüdlichen Eifer in ihr. Immer wieder schob er sich rückhaltlos vor, seinen Penis so weit wie möglich in sie treibend, zog sich zurück und wiederholte das Ganze in einem stetigen, flüssigen Ablauf, einem überwältigend Kreislauf aus Schmerz, Scham und Lust.

Die Scham und die Lust wiegelten einander fast gegenseitig auf. Es ließ Daria Schuld empfinden, dass sie trotz dieser verqueren Umstände zunehmend geiler wurde, und diese Demütigung wiederum entfachte das brennende Verlangen in ihr nur noch mehr. Der Schmerz jedoch versiegte allmählich. Er verschwand keineswegs völlig, doch hörte das Ziehen an der Haut ihres Afters auf. Es kam ihr nun nicht mehr so vor, als müsste der Schwanz an diesem Ring wie an einem schier unbezwingbaren Widerstand vorbei gewuchtet werden, stattdessen quetschte er sich beinahe ohne Anstrengung in sie hinein. Scheinbar wie von selbst glitt die Stange in ihr ein und aus, nicht einmal die Verdickung der Eichel verursachte dabei irgendwelche Schwierigkeiten. Es war sogar überaus betörend, wie der enge Kanal ihres Rektums aufgedrückt wurde, wenn sie sich weiter vor drängte, und sofort hinter ihr wieder schloß, sobald sie zurückwich.

Obwohl ihr Anus sich also offensichtlich an die ständige Dehnung gewöhnt hatte, blieb das Gefühl an sich zutiefst eigenartig. Es war gerade unbehaglich und entwürdigend genug, dass es irgendetwas in Daria ansprach, das sie nicht benennen konnte, ohne dass es ihren Abscheu erregen würde. Es löste nur einen weiteren Stich der Verlegenheit in ihrer Brust aus, der sich nahtlos in die Unmengen verwerflicher Genüsse dieser Ausschweifung einreihte.

So seltsam es auch war, die lange Abfolge durchbrochener Gebote hatte etwas überaus Reizvolles an sich, das konnte sie kaum leugnen. Ein leichtes Prickeln durchfuhr ihre Glieder, das eine Gänsehaut auf ihren Armen hinterließ – kleine Vorläufer der erhabenen Ekstase, die sie bald überkommen würde, wie sie aus ihren gelegentlichen Zugeständnissen der Selbstbefriedigung sehr wohl wusste. Es war unzweifelhaft die erlösende Hitze eines nahenden Höhepunkts, die sich da in ihr ausbreitete, wie ein Feuersturm über sie hinwegfegte und mit seinen umherschwebenden Funken noch die entlegensten Winkel ihres Selbst entfachte. Wie einen Lavastrom spürte sie die Erregung in ihren Unterleib einfließen, sich dort sammeln und als Quelle immer neuer Entzückungen die fortschreitende Ausstrahlung der Wärme noch verstärken.

Schließlich erreichten einige Ausläufer dieser Glut auch ihren Penis und mit wachsender Bestürzung merkte Daria, dass sie einen Ständer bekam. Er war schon zuvor halbsteif gewesen, wie ihr plötzlich klar wurde. Unterbewusst hatte sie bereits wahrgenommen, wie er dick angeschwollen von einer Seite zur anderen gebaumelt war, flach gegen ihre Schenkel schlug und feuchte Spuren an ihnen hinterließ, nun jedoch richtete er sich ganz langsam zu seiner vollen Größe auf. Unwillkürlich erschauerte Daria, als ihr schlackerndes Gehänge nach und nach fester wurde, sowohl in Breite als auch Länge zunahm und zuletzt die Vorhaut von der Eichel wich. Zum einen war sie es einfach nicht gewohnt, einen hoch zu kriegen, zum anderen fragte sie sich, was Daniel davon halten würde. Immerhin war er ein Mann, was würde er dazu sagen, dass seine Freundin mit einer Latte wie ein Stier in der Paarungszeit herumlief?

Bislang schien ihn das allerdings nicht zu stören. Es war gut möglich, dass es ihm noch gar nicht aufgefallen war, zumal ihr Schwanz ja jetzt starr nach vorn ragte, jedenfalls machte er sich mit unverminderter Wucht über sie her. Er stopfte ihr sein Gemächt sogar mit solch triebgesteuerter Rücksichtslosigkeit in den Hintern, dass Daria wieder und wieder ein Stück vorwärts geschleudert wurde. Obwohl sie sich mit aller Kraft abstützte, konnte sie nicht verhindern, dass ihr Becken durchgedrückt wurde, der Armlehne des Sofas entgegen. Immer wenn Daniels Hüfte von hinten gegen sie klatschte, gab es nach, sodass ihr steil abstehender Penis heftig in das Polster stach. Ebenso wie die Freuden, die ihr die Überbelastung ihres Arschlochs schenkte, war das sonderbar und wundervoll zugleich. Der rauhe Stoff scheuerte wenig anziehend an ihrer Eichel, wenn sie gegen ihn stupste, und doch nährte das ihre Hingerissenheit noch. Es war, als konzentrierte sich ihre gesamte Sehnsucht nun auf ihr hin und her schwingendes Rohr, als habe es nur deshalb solch enorme Ausmaße angenommen, weil sich all ihre fast schon schmerzlichen Bedürfnisse in ihm aufgestaut hatten. Ihretwegen war er so prall und stocksteif, unablässig schwirrten sie in ihm umher und drängten darauf, befreit zu werden.

Wie das zu bewerkstelligen wäre, war nicht schwer zu erraten. Er wollte berührt werden, sanft gestreichelt, er verzehrte sich geradezu danach. Aber sollte sie das wirklich tun? Ihre Bedenken diesem Teil gegenüber waren nicht verflogen, wie sollten sie auch? Noch immer wusste sie nichts darüber, abgesehen davon, dass es eine Monstrosität war, eine Abscheulichkeit, die sich ohne jeden ersichtlichen Grund in ihrem Schoß breitgemacht hatte. Sie war sich nicht einmal sicher, ob sie überhaupt Lust empfinden durfte, wenn sie von diesem Ding herrührte, aber mit unumstößlicher Gewissheit war es falsch, es auch noch in dieser Absicht zu stimulieren.

Eine Weile rang sie mit sich selbst, wusste aber in Wirklichkeit, dass sie diesen Kampf bereits verloren hatte, noch bevor er begann. Im Reich der Begierde hatten Hemmungen dieser Art keinen Bestand. Gefangen in ihrem Labyrinth war man bereit, Dinge zu tun, zu denen man sich sonst nicht hätte verleiten lassen. Hier leckte man Regionen der Anatomie, deren Kontakt man sonst rigoros vermied, man schluckte noch die ekelerregndsten Körpersäfte, so lange sie nur von der Person stammten, die man liebte, oder man stellte ihnen sogar Körperöffnungen zur Verfügung, deren Benutzung in dieser Hinsicht in höchstem Maße ambivalent waren, war es da nicht verzeihlich, ein Fortpflanzungsorgan zu masturbieren, das nicht ihr angeborenes war?

So oder so, irgendwann konnte sie jedenfalls unmöglich länger an sich halten. Wie ein lose in ihrem Schritt befestigter Knüppel pendelte ihr Schwanz ruhelos umher, jede seiner Zuckungen ein Flehen nach Zuwendung. Er schien bereits so angefüllt mit Samen zu sein, dass Daria das Gefühl hatte, er würde platzen, wenn sie ihm nicht auf diese Weise ein wenig Linderung verschaffte. Ihre Finger bewegten sich fast automatisch auf ihn zu, als könnte sie sie gar nicht aufhalten. Zögerlich aber dennoch zielstrebig wanderten sie den Bauch entlang zu dem erbebenden Turm hinüber, krochen an ihm hinauf und umschloßen ihn endlich. Erleichter stöhnte Daria auf, als ihre Hand den tosenden Ständer umfasste. Der in ihren After dringende Penis war letztlich doch die Ursache unendlicher Verheißungen gewesen, die Berührung ihres eigenen empfand sie allerdings als ungleich intensiver. Obwohl sie im Moment noch recht harmlos war, kam sie nach einer so langen Zeit des Herbeiwünschens der Errettung aus einer kettenbehangenen Gefangenschaft gleich. Völlig entrückt warf sie den Kopf in den Nacken und keuchte laut auf. Das war das sinnlichste Erlebnis, das sie jemals gehabt hatte, die Höhle ihres Hinterns von einem Schwanz versiegelt und ihr Schwanz wiederum von der Höhle ihrer Handfläche umgeben. So strömte von allen Seiten Befriedigung auf sie ein, von innen wie von außen.

Ganz mitgenommen von diesen berauschenden Eindrücken merkte sie gar nicht, dass Daniels Bestrebungen sich ebenfalls ihrem Höhepunkt annäherten. Auch sein Atem wurde nun immer schneller und unbeherrschter, sein Ansturm auf ihre Rückseite verbissener. Noch ehe Daria Zeit hatte, sich darüber klar zu werden, was das zu bedeuten hatte, oder auch nur mit dem Streicheln ihres Ständers zu beginnen, entlud er sich bereits in ihr. Heiß spürte sie den Samen in ihr Rektum schießen und sich dort verteilen. Das war noch seltsamer als das Einführen von Daniels Penis in ihn. Die zähe Flüssigkeit schien nach und nach ihren ganzen Darm zu füllen. Wellenartig schwappte die Flut in sie hinein, überzog ihr Inneres mit klebriger Nässe und gab ihr das Gefühl, aufgepumpt zu werden wie ein Luftballon.

Daniel hatte währenddessen nicht innegehalten, er nahm sie mit demselben Ungestüm wie zuvor, als das Sperma aus ihm hervorbrach, es noch weiter in Darias Hinterteil einflößend, bis es ihr vorkam, als sei ihr Tunnel ganz und gar von dem Zeug besudelt. Es schien, als gäbe es keine noch so winzige Stelle mehr in ihr, an der keine Schlieren davon hafteten. Erst nachdem der Strom allmählich verebbt war und nur noch einzelne Tropfen Ejakulats von der Spitze seines Schwanzes fielen, fand er wieder zur Besinnung. Zunächst wurden seine Stöße immer verhaltener und schwächer, bis sie schließlich vollkommen zum Erliegen kamen. So verharrten sie eine Zeit lang, Daniel schnaufend seinen Penis bis zum Anschlag in Darias After vergraben, sie selbst vor ihm kniend, die Hand noch immer reglos um ihre eigene Latte gelegt, den Hintern randvoll mit dem Erguß ihres Freundes.

Irgendwann ging ein letzter Ruck durch Daniel, wie ein Schütteln, mit dem er seine Erschöpfung, seine abklingende Lust oder vielleicht auch einige verbliebene Samenstränge in ihr abstreifte, dann zog er sich aus ihr zurück. Automatisch kniff Daria die Beine zusammen, als die dicke Eichel aus ihrem Anus rutschte und ihn so nicht länger verschloß, wie um zu verhindern, dass der in ihr abgeladene Schwall sich haltlos aus ihr hervorstürzen würde, doch war diese Sorge unberechtigt. Sobald die Öffnung nicht mehr von dem Fremdkörper gezielt aufgedehnt wurde, zog sie sich wieder auf ihren ursprüngliche, beinahe undurchdringlichen Durchmesser zusammen. Trotzdem musste wohl zusammen mit dem Schwanz ein wenig seiner Hinterlassenschaft ausgetreten sein, denn sie spürte eindeutig Feuchtigkeit zwischen ihren Hinterbacken, als sie endlich wieder aufeinander trafen. Möglicherweise hatte auch der in sein eigenes Sperma getauchte Penis sie mit diesen Rückständen beschmiert, jedenfalls konnte Daria sie überall an ihrem Gesäß wahrnehmen. Nicht nur das Loch an sich troff davon, auch die Spalte, in der es sich befand, und die Rundungen seiner Wangen fühlten sich auf dieselbe Art beschmutzt an.

Als sie sich langsam aufrichtete, stellte sie fest, dass Daniel inzwischen dabei war, sich anzuziehen. Da ihr nichts Besseres einfiel, was sie tun konnte, blieb sie in dieser Position, noch immer auf den Knien aber mit erhobenem Oberkörper und sah ihm zu. Diese Haltung war nicht gerade bequem, aber sie wusste nicht, was sie sonst hätte tun sollen. Hinsetzen konnte sie sich nicht, dazu fürchtete sie zu sehr um die Bezüge ihrer Couch, und ganz aufzustehen erschien ihr nicht weniger ungemütlich. Somit blieb als einzige Alternative, sich ebenfalls anzukleiden, doch entschied sie sich bewusst dagegen. Sie war schon enttäuscht genug, dass Daniel nichts anderes tat. Das fand sie einfach äußerst bedauerlich. Dabei störte es sie gar nicht so sehr, dass er damit wieder seine nackte Gestalt verbarg. Sie selbst war von den Bauchmuskeln oder den breiten Schultern gar nicht so angetan, es war vielmehr das Wissen, dass die anderen Mädchen darauf standen, das ihr gefiel, dennoch war sie nun ein bisschen wütend auf ihn. Sie hatte gehofft, dass sie einander noch unbekleidet in den Armen liegen würden, dicht an dicht, seine Haut nahtlos an die ihre geschmiegt, zumindest so weit sein Shirt, das er anbehalten hatte, das nicht verhinderte. Noch weitere lästige Kleidung zwischen ihnen würde jedoch nur die Intimität ruinieren, die sie beide verband.

Daniel hatte sich bereits fertig angezogen, als er bemerkte, dass er das vor Publikum getan hatte. Matt lächelte er Daria zu. »Tut mir leid, aber ich muss jetzt gehen.«

»Was?«, schrak Daria zusammen. Ein Stich wie von einer siedend heißen Nadel durchfuhr ihre Brust. Angst stieg in ihr auf, vielleicht eine Vorahnung. »Und ... und wann sehen wir uns wieder?«

»Tja, ich fürchte, wir können uns gar nicht wiedersehen.«

»Aber ... aber wieso denn nicht?«

Nun, da er bekommen hatte, was er wollte, hätte Daniel früher oder später natürlich ohnehin mit ihr Schluß gemacht, wie mit jeder anderen auch. Sonst blieb er noch eine Weile mit denjenigen zusammen, bis er eine neue Flamme in Aussicht hatte, an der er sich wärmen konnte, oder bis er sie endgültig überhatte, aber unter diesen Umständen kam das nicht infrage. Allerdings boten sie ihm eine hinreichende Entschuldigung. Diesmal sollte es keine verzweifelten Ersuchungen nach dem Grund geben; der war ja wohl offensichtlich. Ebenso sein weiteres Vorgehen. Er würde seinen Freunden von dieser Sache erzählen, da kam er nicht drum herum. Sie würden andernfalls nur misstrauisch, wo er doch sonst immer mit seinen Eroberungen angab. Dass er Daria dann tatsächlich flachgelegt hatte, würde er ihnen aber selbstverständlich verschweigen. In seiner Version hätte er sich so schnell wie möglich aus dem Staub gemacht, um bei ihnen über sie zu lästern.

Also blieb nur noch eines zu tun: Daria auf das nicht zu übersehende hinzuweisen. Vielsagend deutete er mit einem Kopfnicken auf ihren Schritt, aus dem sich ihr Schwanz erhob.

Plötzlich fiel Daria auf, dass sie ihn nach wie vor umklammert hielt. Sie hatte sogar noch einen Steifen, auch wenn er nun allmählich abschwoll. Ertappt ließ sie ihn los, obwohl es das kaum besser machte; so legte sie ihn nur noch mehr den Blicken offen. »Wegen ... dem? Aber ich dachte, er stört dich nicht?«

»Na ja, mich stört er auch gar nicht«, sagte er, während sich Bewusstsein und Unterbeswuustsein noch darüber stritten, ob das eine Lüge war oder nicht, »aber du musst das verstehen: Das kann ich doch niemandem erzählen. Was sollten dann meine Freunde von mir denken?« Seufzend, ganz so als würde ihm die Sache schrecklich leid tun, erhob er sich von der Couch. »Ich geh dann mal. Mach’s gut!« Ruckartig zog er den Reißverschluss seiner Hose hoch, dann spazierte er seelenruhig zur Tür hinaus.

Nach der Hitze, die eben noch in ihrer Brust geherrscht hatte, gefror Darias Herz nun mit einem Mal zu Eis. »Dann geh doch!«, rief sie ihm hinterher, stand ebenfalls auf und stürzte zum Treppengeländer. »Ich brauch dich nicht!«, schrie sie von dort die Stufen hinab. Unten hörte sie noch die Tür ins Schloß fallen, dann war Daria wieder allein. Eine unerwartete Ruhe überkam sie und so stieg sie die Treppe ganz gemählich herab, ging zur Haustür und schloß sie ab. Fürs Erste wollte sie niemanden mehr sehen.

Als ihr klar wurde, dass sie nackt in der Diele stand und ihr Rektum voll vom Samen ihres nunmehr Ex-Freundes war, stieg sie die Treppe wieder hinauf. Es wurde Zeit, eine Dusche zu nehmen.

~+~

Während Daria duschte, kamen ihr unaufhaltsam die Tränen. Unter dem warmen Wasser, das ihr Gesicht und ihren Körper benetzte, konnte sie sich ihrer einfach nicht erwehren. Sie konnte niemandem vertrauen, nicht ihrer besten Freundin, noch ihrem festen Freund. Jeder verriet und hinterging sie, sobald in Daria auch nur der leiseste Hoffnungsschimmer auftauchte, dass sie aus diesem Alptraum erwachen könnte. Niemand war für sie da, niemand kümmerte sich um sie. Irgendwann wandte sich jeder von ihr ab und überließ sie ihren Qualen.

Doch trotz dieser verzehrenden Gedanken tat ihr die Dusche gut. Auf irgendeine Weise spülte das Wasser gemeinsam mit ihren Tränen die Trauer und die Wut aus ihr heraus. Natürlich nicht vollständig; tief in ihr schwelte noch immer ein Funken unsäglichen Leids, der jederzeit zu einem neuerlichen Inferno heranwachsen konnte. Dennoch fühlte sie sich geläutert, als sie zurück in ihrem Zimmer war. Zu duschen hatte ihren Körper gereinigt und zu weinen ihre Seele. Allerdings gab es da noch ein Brennen, das keines von beiden hatte lindern können.

Sie war gerade dabei, sich anzuziehen, als sie es bemerkte. In Gedanken versunken zog sie einen frischen Slip über, der sich jedoch als unerwartet widerspenstig herausstellte. Irgendwie hakte er und wollte nicht so recht passen. Natürlich war Daria noch nicht allzu geübt darin, ihren Penis in diesen engen Höschen unterzubringen – sie besaß ihn ja erst seit zwei Tagen – trotzdem hatte sie es sonst leichter hinbekommen. Verärgert über sich selbst blickte sie an sich herab und erkannte den Grund, aus dem es ihr nicht gelingen wollte: Ohne dass sie sich darüber klar gewesen wäre, war ihr Schwanz schon wieder halbsteif geworden. Wie eine aufgequollene Teigrolle hing er zwischen ihren Beinen.

Ungeduldig stopfte Daria ihn unter den Bund. Sie hatte jetzt keine Lust, sich mit ihm zu befassen, er sollte einfach nur verchwinden. Er war Schuld an allem, seinetwegen hatten Theresa und Daniel sich ihr entzogen, seinetwegen war ihr Leben zu einer ständigen Qual verkommen, aus der es kein Entrinnen gab. Egal, was sie tat, immer musste sie aufpassen, dass ihn niemand entdeckte aus Angst davor, verspottet und ausgegrenzt zu werden, doch am Schlimmsten war, dass sie sich in ihrem eigenen Körper nicht mehr sicher vorkam. Zwar hatte sie den nie als unveränderlich betrachtet, immerhin wusste sie, dass er altern und eines Tages sogar vergehen würde, doch hätte sie nie damit gerechnet, einmal erleben zu müssen, wie ihr ein neues Körperteil wuchs. Wenn das so ohne Vorwarnung geschehen konnte, wie sollte sie da noch glauben, dass ihr Dasein auch nur den geringsten Bestand oder wenigsten einen Sinn hatte?

Obwohl er sich dagegen spürbar zur Wehr setzte, hielt sie ihn also unter dem dünnen Gewebe ihres Slips unter Verschluss und kleidete sich weiter an. Sie entschied sich für eine weiche, bequeme Hose und einen weiten Pullover; eine Kombination, die sie in der Öffentlichkeit nie getragen hätte, aber sie hatte nicht vor, heute noch einmal das Haus zu verlassen. Es war Freitag und noch immer früher Nachmittag. Sie hatte erwartet, den ganzen Tag mit Daniel verbringen zu können, doch nachdem er sie schon so früh allein zurückgelassen hatte und ihre Eltern erst am Abend wiederkommen würden, hatte sie nun nichts mehr zu tun. Alles, was sie wollte, war, sich auf die Couch zu legen und ganz in ihrem Elend zu versinken und dazu waren diese Klamotten wie geschaffen.

Als Daria sie schnell übergeworfen hatte, ging sie sogar zu der Schublade, in der sie ihre Brille aufbewahrte und setzte sie auf. Auch das tat sie höchst selten. Theresa war die Einzige, die überhaupt wusste, dass sie eine benötigte, das hatte sie nicht einmal Daniel anvertraut. Nur wenn sie wirklich mit sich und der Welt am Ende war, konnte sie sich dazu durchringen, diesem Makel nachzugeben. In solchen Momenten hatte es allerdings etwas Tröstliches. Ihre Umgebung deutlicher wahrzunehmen ließ sie hoffen, dass sich sogar eine Lösung ihrer Probleme finden könnte, vielleicht erinnerte das leichte Gewicht auf ihrer Nase sie auch an das Gefühl, jemanden zu umarmen, ihr Gesicht an einer verständnisvollen Schulter zu vergraben.

Solchermaßen angetan, mit Kleidung und einem Accessoire, die sie als beschämend empfunden hätte, würde sie jemand so sehen, ließ sie sich auf die Couch sinken und versuchte ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen, sich ganz auf ihre Verzweiflung zu konzentrieren, doch das erwies sich schwieriger als gedacht. Egal wie sehr sie auch weigerte, es zur Kenntnis zu nehmen, unablässig machte der in ihrem Höschen gefangene Penis voller Ungestüm auf sich aufmerksam, zuckte unkrontrolliert umher, vergoß Sehnsuchtstropfen und quälte sie mit dem unwiderstehlichen Verlangen berührt zu werden.

Irgendwann musste sie sich eingestehen, dass es nicht anders ging. Sie würde beenden müssen, was Daniel begonnen hatte. Er hatte ihr diese Latte beschert und nicht einmal das tragische Ende ihrer Beziehung konnte ihr Einahlt gebieten, sogar Darias Bemühungen, sie in den Slip zu quetschen, hatte sie nur noch weiter angeheizt. Dennoch hatte sie keineswegs vor, ihrem Schwanz diesen Triumph zu gönnen, immerhin trug er die alleinige Verantwortung für ihre derzeitige Lage, da wollte sie ihn nicht auch noch mit Masturbation belohnen.

Womöglich musste sie das auch gar nicht. Zwar war er nun, da er ihre Scheide verdrängt hatte, ihr einziges Geschlechtsteil, doch hatten Daniel und Theresa mit ihrem Finger ihr deutlich gemacht, dass es auch noch andere Wege als diesen gab, um Befriedigung zu erlangen. Mit einem Mal wurde Daria klar, wie weitläufig und verschlungen dieses Geflecht der verschiedenartigsten Pfade tatsächlich war: Einige Menschen fanden ihre Erfüllung in dem Erdulden von Schmerzen, andere wollten einfach nur sanft gestreichelt werden. Manche mochten es, von mehreren Personen gleichzeitig bedient zu werden, manche stellten es sich vielleicht sogar vor, es mit einem Monster zu treiben. Es gab welche, die standen auf jüngere Partner, dann welche auf ältere; molligere oder schlanke, schwarzhaarige oder rothaarige. In bestimmten Phantasien spielten Objekte eine wichtige Rolle, wie Stiefel und Uniformen. Daria zum Beispiel hatte es sich immer besonders gerne vorgestellt, geleckt zu werden, Daniel hingegen hielt es offenbar nicht lange aus, ohne sein Ding in den Schoß oder den Arsch eines Mädchens zu stecken. Es war wie in Hieronymus Bosch’ Triptychon ›Der Garten der Lüste‹, das ihre Mutter so verehrte. Überall vergnügten sich die Menschen, jeder auf seine Weise, jeder mit einer Liberalität und Unbefangenheit, die ihr Tun unschuldig erscheinen ließen.

Dieser Gedanke machte Daria ihr Vorhaben um einiges leichter. Sie hatte sich ihrer Sexualität nie wirklich geschämt, doch war die Dimension der Unanständigkeit, mit der sie ihre Bedürfnisse jetzt auszuleben gedachte, eine völlig neue. Da tat es gut zu wissen, dass sie mit der Beschaffenheit ihrer Triebe nicht alleine war. Andererseits war es auch nicht anderes als das, was sie Daniel zuvor gestattet hatte. Wenn eben das ihre folgende Handlung erst notwendig machte, was sollte dann so verwerflich daran sein, in demselben Sinne fortzufahren?

Trotz dieser beruhigenden Eingebungen setzte sie sich nur sehr langsam auf. Es blieb eine verruchte Sache, so sehr sie es sich innerlich auch schönredete. Dennoch war an ein Unterlassen nicht mehr zu denken. Sollte es noch so abartig sein, in diesem Moment konnte sie einfach nicht anders. Ihre Finger zitterten bereits vor Vorfreude, als sie Hose und Unterhose zusammen in einem Rutsch hinunterzog. Sie hätte sich wieder ganz ausziehen können, sie hatte genug Zeit und niemand außer ihr war Zuhause, aber dazu fehlte ihr die Geduld. Sie ließ beide unbeachtet um ihre Knöchel hängen, während sie ihre Füße auf den Rand des Sofas stützte und die Schenkel auseinander schlug.

Zurückgelehnt und mit gespreizten Beinen, die Füße durch den Stoff zwischen ihnen zusammengebunden, saß sie da, als ihre Hand plötzlich wie von selbst hinabwanderte. Der Penis lag in einer Pfütze seines Vorsamens auf ihrem Bauch, aufgeregt hin und her zuckend in Erwartung der ersehnten Liebkosungen, doch stahl sich die Hand an ihm vorbei tiefer hinab, auf die sich unter ihm auftuende winzige Einkerbung des Afters zu.

Dort angekommen streckte sie vorsichtig den Zeigefinger aus und ließ ihn zwischen ihre Hinterbacken gleiten. Obwohl sie in dieser Position ohnehin leicht auseinander klafften, spürte Daria deutlich, wie er sich zwischen sie drängte. Allein das löste in ihr schon ein Gefühl der Verzückung aus, das sich warm in ihr ausbreitete, doch war das nichts gegen die Reizüberflutung, als er sich auf die Körperöffnung in ihnen legte. Ihr Anus fühlte sich wund an von der rücksichtslosen Behandlung, die Daniel ihm hatte zukommen lassen, doch war es kein Schmerz, der daraufhin in ihr emporstieg, sondern vielmehr ein seltsames Kitzeln, als würde sie über einen allmählich verheilenden Kratzer streichen.

Sie versuchte gar nicht erst, ihren Finger in das Loch dringen zu lassen, sie war glücklich damit, so wie es war. Spielerisch ließ sie ihn darum umhertanzen, zog ihn sogar zwischen ihren Hinterbacken ein wenig auf und ab und genoß den Zauber, den ihr das bereitete. Diese Form der Onanie erlaubte ihr sogar, sich ihrer liebsten Träumerei dabei hinzugeben. Die runde Fingerkuppe konnte durchaus eine Zungenspitze sein, und so, wie sie sich da unten wand, war es, als würde sie jemand lecken. Wahrscheinlich hätte die Vorstellung sie abstoßen sollen, es sich ausgerechnet an dieser Stelle mit dem Mund machen zu lassen, war es doch ebenso schmutzig wie erniedrigend, aber dem war ganz und gar nicht so. In ihrem von Lust aufgewühltem Verstand war es einfach wunderbar, wie das Wahrwerden einer lange unterdrückten Obsession.

Dieses Mal hatte sie dabei sogar eine bestimmte Person im Kopf. Das war bereits ungewöhnlich genug, normalerweise blieben es gestaltlose Schemen, die sich ihr da widmeten, einzig dazu vorgesehen, ihr widerspruchslos zu Gefallen zu sein. Doch das war gar nicht einmal das wirklich Verwirrende an dieser Situation, das war eindeutig, wen ihr Geist mit dieser Aufgabe betraute. Es war Theresa, die ihr da imaginativ den Hintern ausschleckte. In Darias Einbildung kniete sie vor ihr auf dem Boden, hatte sich vorgebeugt bis ihr Gesicht in ihrem Schoß lag und ließ unablässig ihre Zunge durch den Schlitz ihrer Kehrseite fahren, alles leckend, was ihr dabei in den Weg kam, sei es ihr Arschloch oder die Eier, die ihr ins Gesicht hingen.

Bei genauerer Betrachtung war diese Wahl allerdings gar nicht so abwegig. Immerhin hatte Daria mit ihr gestern noch ihr erstes Mal gehabt, da war das nach Daniels so unvermittelter Zurückweisung doch fast schon ein Rückzug in eine vertraute Sicherheit. Außerdem war sie ihre beste Freundin, die sie nun schon seit einem Tag nach ihrem fluchtartigen Aufbruch nicht mehr gesehen hatte. Da war es eigentlich kein Wunder, dass sie sich insgeheim wieder ihren Beistand wünschte. Letztlich mochte das auch ein unbewusster Versuch sein, Theresa dafür Abbitte leisten zu lassen, dass sie sie alleine gelassen hatte, eine kleine Strafe für die gebrochenen Versprechungen, die sie gemacht hatte.

Die Szenerie nahm Daria jedenfalls so sehr gefangen, dass es ihr jeden Augenblick gekommen wäre, doch zuvor wollte sie es noch so lange wie möglich auskosten. Hastig schob sie ihre andere Hand, die nicht mit ihrem Gesäß beschäftigt war, unter den Pullover, ließ sie tastend tiefer ein, bis sie schließlich ihre Brust erreichte und streckte auch hier einen Finger aus. Behutsam führte sie ihn die voller Andeutungen liegende Steigung hinauf, bis er fast den Nippel auf der Kuppe erreichte, berührte ihn jedoch nicht, sondern umkreiste ihn streichelnd. Auf diese Weise glich sie das Spiel ihrer beiden Hände einander an, mit dem einen Finger strich sie sanft um den Rand ihres Anus, mit dem anderen um die empfindsame Grenze ihrer Brustwarze. Oben wie unten löste es dieselbe mitreißende Empfindung aus, ein lustvolles Schaudern, das ausgehend von der jeweiligen Quelle ihren gesamten Körper durchzog. Bei ihrem mitgenommenen Hintereingang fühlte es sich noch immer merkwürdig an, nicht unangenehm aber fast ein wenig gefährlich, als dürfe sie dort nicht zu fest reiben ohne mit Unbehagen rechnen zu müssen. Trotzdem unterschied es sich nicht von dem Beben in ihrer Brust; in den Hügeln ihrer Oberweite wie in dem Tal ihrer Pobacken, die gleichen sinnenvernebelnden Erschütterungen.

Nach einiger Zeit merkte sie, dass ihr Finger feucht geworden war, als würde sie mit ihm ihr Geschlecht umschmeicheln, nicht ihren Arsch. Aus irgendeinem Grund war ihr After ganz glitschig geworden, offenbar durch eine schmierige Flüssigkeit, die ihn nun überzog. Das konnte Schweiß sein, den sie in ihrer Erregung absonderte, oder Scheidensekret, das hier hinabgelaufen war, doch eine andere Mutmaßung überkam Daria mit aller Macht. Waren das vielleicht Überreste von Daniels Sperma, die trotz der Dusche in ihr verblieben waren und nun, da Begehren den Zugang zu der Höhle, in der sie eingeschloßen waren, ein wenig aufweitete, daraus hervorquollen? Obwohl der Gedanke, mit einer Substanz in Kontakt zu kommen, die für sich allein genommen schon ekelhaft genug war, jetzt aber auch noch direkt ihrem Rektum entsprang, eigentlich nichts Reizvolles an sich haben sollte, schlug er sie doch unweigerlich in seinen Bann. Für sie war es immer noch Theresa, die mit der Zunge ihren Hintern zu umsorgen hatte, und die zusätzliche Besudelung, die sie in einem solchen Fall über sich ergehen lassen müsste, ließen Daria einem schwindelerregenden Höhepunkt entgegentaumeln.

Ohne dass sie es noch länger hätte hinauszögern können, packte sie die Ekstase. Ihr Becken unwillkürlich auf und ab hüpfend spritzte das Sperma in hohem Bogen aus ihr hervor. Ihr Penis lag noch immer auf ihrem Bauch, wippte jedoch durch die heftigen Kontraktionen mit jedem Zucken ihrer Hüfte mit. Bei jedem Strahl, den er über sie verschoß, schien er sich aufzubäumen und klatschte zurück auf die Haut ihres Unterleibs, wenn er versiegte. Immer wenn das geschah, ging ein weiterer Samenregen auf Daria hinab. Dicke Tropfen der warmen Flüssigkeit landeten in ihrem Gesicht, verschmierten ihr Stirn, Wangen und Mund, ein großer Schwall fiel sogar zwischen ihre zu einem stillen Seufzer geöffnete Lippen, der Rest befleckte ihren Hals und den Pullover.

Obwohl sie die zähen Pfützen deutlich auf ihrer eigenen Haut und ihrem eigenen Mund spüren konnte, wie sie langsam an ihr hinabrannen und sich auf ihre Zunge legten, stellte sie sich vor, Theresa ins Gesicht zu spritzen. Noch mehr für sie zu schlucken, nicht nur Daniels Sperma, das sie ihr aus dem Anus geleckt hatte, sondern auch noch ihr eigenes. Diese Phantasie erfüllte sie mit einer tiefen Befriedigung, und allmählich erschlafften die ruhelosen Hände an ihrem Busen und dem Hintern, während ein letzter Strang aus der Spitze ihres Schwanzes hervordrang und sich kraftlos auf ihre Taille legte.

So saß sie eine Zeit lang da, über und über mit dem eigenen Ejakulat bedeckt. Die einzige Bewegung an ihr waren die Unmengen winziger Rinnsale, die sich auf ihr gebildet hatten. Überall in ihrem Gesicht und auf ihrem Hals lief die klebrige Masse an ihr hinab, verband sich zu größeren Strömen und floß schwerfällig wie Weltmeere in die Spalten, die ihr Äußeres bot. Von ihren Lippen tröpfelte es stetig weiter in ihren Mund hinein, den See noch vergrößernd, der dort entstanden war. Bevor ihr überhaupt klar wurde, was sie da tat, hatte sie auch schon geschluckt. Das war ein reiner Impuls gewesen, nicht mehr als ein Reflex. Ihr Mund war voll gewesen, also hatte sie geschluckt, so einfach war das. Allerdings erklärte das nicht, warum sie danach auch noch die Zunge ausstreckte und sich die zurückgebliebenen Überbleibsel der Ladung von den Lippen leckte.

Tief in ihrem Innern kannte sie die Antwort auf diese Frage jedoch. Es war eine willkommene Analogie zu den Ereignissen, die sie sich in ihrer Masturbation ausgemalt hatte. Es hatte ihr eine solch unverständliche Freude bereitet, Theresa in Gedanken ihr Sperma trinken zu lassen, dass die Versuchung unendlich war, es ebenfalls einmal zu probieren. Vielleicht fand sie auf diese Weise heraus, was sie so sehr daran faszinierte, und selbst wenn nicht, warum sollte sie es nicht tun? Immerhin hatte Theresa das nicht nur vorhin in ihrem Traum getan, sondern gestern bei ihrer gemeinsamen Untersuchung dieses neuen Geschlechtsteils auch ganz wirklich, und da schien es keineswegs ihren Abscheu erregt zu haben.

Dazu bestand auch kein Grund, wie Daria nun feststellte. Es war zumindest nicht so widerlich, wie sie erwartet hätte, wäre sie im Vorfeld dazu gekommen, einen Augenblick über diese Angelegenheit nachzudenken. Der Geschmack war schwer, in einer etwas abgestandenen Art, und mit einem salzigen Unterton, den offenbar jede Körperflüssigkeit mit sich führte. An sich war er also gar nicht besonders verlockend, ebenso wenig wie die glibberige Konsistenz, trotzdem sprach es Daria auf eine Weise an, die sie nicht verstand, wie der Samen träge ihren Hals hinabglitt und dort sein volles Aroma in ihr verströmte.

Während sie noch so selbstvergessen dasaß und überlegte, woran das lag, war ein leises Klopfen an der Tür zu hören, doch das bemerkte sie gar nicht. Es war niemand im Haus gewesen und sie hatte die Eingangstür abgeschloßen, bevor sie duschen gegangen war. Deshalb war sie auch nicht einfach nur erschrocken, als sich ihre Zimmertür nun plötzlich öffnete, sie war geradezu starr vor Angst. Ihr Herz fühlte sich an, als würde es zwei Schläge auf einmal tun und ihr Magen zog sich kramfhaft zusammen.

Ihrer Mutter, die jetzt den Raum betrat, schien es nicht besser zu ergehen. Sie trat einen sanften Schritt herein, wie um Daria nicht zu wecken, falls sie schlafen sollte, blieb aber sofort wieder stehen, als ihre Augen die Situation erfassten. Bis ihr Hirn sie verarbeitet hatte, dauerte es jedoch einige Zeit. Zunächst verharrte sie einfach ebenso wie Daria reglos vor Schock, während ihr Gesicht sich zu einer Miene verzog, in der sich unzählige Emotionen gleichzeitig widerspiegelten: Verwirrung, Fassungslosigkeit, Bestürzung, Scham und ein Hauch von Ekel waren allesamt darin enthalten.

Doch so vielfältig dieser Ausdruck auch war, kannte Daria ihn nur zu gut. Es waren dieselben Empfindungen, die über Theresas und Daniels Gesichter gehuscht waren, kurz bevor sie sich von ihr losgesagt hatten. Sie musste gar nicht so lange warten, bis ihre Mutter sich weit genug gesammelt hatte, um ein Wort über die Lippen zu bringen, Daria wusste bereits, was unweigerlich geschehen würde.

Noch bevor ihre Mutter ihren apathischen Zustand überwinden konnte, war sie schon aufgesprungen, hatte sich die Hose hochgezogen und rannte. Sie wusste nicht einmal, wohin sie lief, sie wollte einfach nur weg; weg vom anklagenden Gesicht ihrer Mutter und weg von den Fragen, die sie bald stellen würde. Daria hätte sie ohnehin nicht zu ihrer Zufriedenheit beantworten können und was danach käme war klar: sie wäre verstoßen worden, verbannt aus dem Schoß der Familie. Aus Unwissenheit erwuchs nun einmal Angst und irgendwann schlug Angst in Hass um, so sicher wie Blut aus einer frischen Wunde troff. Da war es besser zu fliehen, bevor nun auch ihre Eltern sie im Stich lassen würden. Bisher war sie es immer gewesen, die so enttäuscht worden war – sowohl Theresa als auch Daniel hatten sich, ohne sich auch nur einmal nach ihr umzudrehen, verlassen – nun war sie es, die davonlief, und nichts würde sie aufhalten.

Ohne ein Wort der Erklärung quetschte sie sich an ihrer Mutter vorbei aus dem Zimmer, stürzte die Treppe hinab und zur Haustür hindurch. Sie hatte bereits das Ende der Straße erreicht, als sie unvermittelt ihre Mutter hinter sich herrufen hörte.

»Warte, Daria! Komm zurück!«, schrie sie, doch obwohl Frau Kronenbergs Stimme jetzt deutlich von Sorge um ihre Tochter gezeichnet war, gelang es ihr nicht ganz, den Ton des Entsetzens aus ihr zu verbannen, und das war es, was Daria immer weiter rennen ließ, bis sie vor Erschöpfung beinahe zusammenbrach. Niemand hatte ihr Flehen nach Beistand erhört, als sie es am meisten gebraucht hätte, nun waren ihre Ohren taub für die Bitten nach einer Rückkehr. Man hatte sie davongejagt, zwar nur mit Blicken, doch das genügte Daria. So wie der Weggang der anderen, die sich von ihr getrennt hatten, würde auch ihrer endgültig sein.



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