Drachenprinz
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German › Harry Potter
Rating:
Adult +
Chapters:
72
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7,326
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43
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Disclaimer:
I do not own the Harry Potter book and movie series, nor any of the characters from it. I do not make any money from the writing of this story.
Was f�r ein Irrwicht hast du?
Was für ein Irrwicht hast du?
Der erste Schultag würde in ein paar Minuten beginnen, aber noch saßen die meisten Schüler in der Großen Halle beim Frühstück, so auch Harry und seine Freunde. Diesmal waren auch Dorothea und Diana bei ihnen.
Dorothea war ein ziemlich intelligentes Mädchen, deshalb war sie auch im Haus der Raben. Und selbst dort gehörte sie zu den Besten, was schon einiges über sie aussagte. Die Ravenclaw war mit 1,60 m eine der Größten ihres Jahrganges, hatte blonde mittellange Haare und blaue Augen, die stark an den Himmel erinnerten, wenn man hineinschaute. Jeder Junge würde über sie sagen, dass sie eine perfekte Schönheit wäre, wenn sie ihr Aussehen nicht hinter ihren zugeknöpften Kleidung und einer Brille verstecken würde. Harry hatte sie mal gefragt, warum sie keine Augenkorrektur machen ließ, denn das war in der magischen Welt nun wirklich kein Problem. Sie hatte nur geantwortet, dass sie nicht auffallen wollte, sie war nämlich äußerst schüchtern. Auch die Garderobe diente dazu, dass man ihr wunderschönes Antlitz nicht so leicht bemerkte.
Diana hingegen war fast genau das Gegenteil von Dorothea. Sie war energisch, sagte, wenn ihr was nicht passte und vertrat ihre Meinung, ohne wenn und aber. Doch ihr Aussehen entsprach nicht dem allgemeinen Schönheitsideal, das war jedenfalls die Ansicht einiger Jungs an der Schule. Das Mädchen aus Hufflepuff war ziemlich pumelig und auch nicht besonders groß. Ihre schulterlangen braunen Haare und ihre ebenfalls braunen Augen waren auch nichts besonderes, was die Aufmerksamkeit des männlichen Geschlechts auf sich ziehen würde. Doch das interessierte sie auch nicht. Ihr Motto lautete: Ich mag mich so, wie ich bin! Was andere über mich denken, ist ihre Sache, aber es stört mich nicht.
Harry mochte beide Mädchen, wohl auch, weil beide interessante Charaktere waren.
Diana erzählte gerade, was sie in den Ferien erlebt hatte, als sie plötzlich von Draco unterbrochen wurde. „Professor Snape sieht aus, als hätte er in den sauren Apfel gebissen. Was ist denn mit ihm passiert?“, fragte er in die Runde.
Das erweckte die Neugierde aller und einer nach dem anderen wandte sich dem Lehrertisch zu, wo ein äußerst böse schauender Tränkemeister saß, der wohl mit irgendetwas nicht ganz zufrieden war. Aber von den Freunden kannte wohl nur der Silberdrache den Grund.
„Es stört ihn, dass Professor Lupin jetzt hier unterrichtet. Er kannte ihn bereits aus seiner Schulzeit, er war ein Freund meiner Eltern. Und zusammen mit meinem Vater hat dieser Severus das Leben wirklich schwer gemacht. Sie haben ihn wohl einige Streiche gespielt, einige die sogar unter die Gürtellinie gingen. Das hat er ihm und den anderen nie verziehen… Das ist auch der Grund, warum er immer so böse wird, wenn ich ihm nach James Potter frage“, erklärte der Schwarzhaarige. Doch in Gedanken erinnerte er sich, dass er sich vorgenommen hatte, zwischen allen zu schlichten, denn der Drittklässler hatte keine Lust, dass Severus sich immer wieder mit seinem Paten und dessen Freunden stritt. Aber noch hatte das Zeit.
Die anderen hörten ihm nur neugierig zu und nickten am Ende verständnisvoll. Sie konnten das durchaus nachvollziehen.
Währenddessen am Lehrertisch waren auch die Professoren darauf aufmerksam geworden, dass einige der Schüler zu ihnen herüberschauten. Vor allem der Tränkemeister fühlte sich nach einiger Zeit etwas unbehaglich bei dem Gestarre von Harry und seinen Freunden. ‚Was ist denn los? Hab ich was im Gesicht’, fragte sich der Schwarzäugige.
Auch Dumbledore wandte sich nun zu seinem Professor für Zaubertränke. „Severus, ich glaube die Schüler wollen wissen, warum du heute so böse schaust, noch mehr als sonst. Das würde mich auch mal interessieren. Ist dir ein Trank misslungen? Oder…nun ja, mir fällt kein anderer Grund ein“, äußerte der Weißhaarige mit einem Augenzwinkern.
„Nein, Albus, meine Tränke misslingen nicht, das solltest du eigentlich wissen! Und jetzt entschuldige mich, ich muss mich auf den Unterricht vorbereiten, der bald beginnt. Ich habe gleich die neuen Erstklässler aus Ravenclaw und Slytherin, das wird bestimmt kein Zuckerschlecken. Einen schönen Tag auch!“ Damit verabschiedete sich der Schwarzhaarige und verließ die Große Halle.
„Ich glaube, wir haben ihn verjagt“, murmelte Harry leicht belustigt. „Er fand es wohl nicht so angenehm so angestarrt und dann auch noch vom Direktor in ein Gespräch gezogen zu werden… Allerdings erinnert mich das daran, dass wir uns auch auf den Weg machen sollten, immerhin will ich in meiner erste Stund mit Professor Lupin nicht zu spät kommen“, fuhr der Grünäugige fort.
„Oh, das heißt, du machst heute bei uns Verteidigung gegen die Dunklen Künste mit, Harry? Das ist ja toll“, erwiderte Blaise. „Ich bin auch schon gespannt, was wir bei dem neuen Lehrer lernen und wie gut er ist. Ich meine, die letzten beiden Jahre waren ja nicht so der Kracher… Weißt du ein bisschen mehr darüber, wie stark dieser Lupin ist?“, erkundigte sich der Slytherin.
„Remus wird sicher äußerst gut sein, das hat mir zumindest mein Pate verraten. Allem Anschein nach gehörte unser neuer Professor in seiner Schulzeit in diesem Fach zu den Besten. Ich schätze mal, dass sich das nicht wirklich geändert haben wird. Aber wir werden ja sehen. Und nun beeilt euch, wir müssen los!“, rief er noch aus.
Als wäre das das Stichwort gewesen, erhoben sich alle vom Tisch und gingen Richtung Eingangstür. Davor verabschiedeten sich die Jungs von den Mädchen, denn Ravenclaw und Hufflepuff hatten jetzt Kräuterkunde bei Professor Sprout. Anschließend liefen Harry und seine Freunde zu ihrem Klassenraum, um noch genug Zeit zu haben, sich einen Platz zu suchen.
Sobald sie ankamen, setzten sie sich, wie eigentlich in jeder Stunde, in die erste Reihe und warteten auf den Unterrichtsbeginn.
Nach und nach erschienen auch die anderen Schüler. Zum Schluss betrat Professor Lupin den Raum und schloss die Tür hinter sich. Er stellte sich nach vorne und wandte sich dann der Klasse zu. „Hi, mein Name ist Remus Lupin und ich werde dieses Jahr Verteidigung gegen die Dunkle Künste unterrichten. Allerdings kann ich noch nicht versprechen, dass ich auch nächstes Jahr noch hier bin. Denn ich weiß genauso wie ihr, dass gerade die Lehrer in diesem Fach nie länger als ein Jahr bleiben. Aber natürlich werde ich mein Bestes geben, um diesen Fluch zu brechen“, schmunzelte der Ältere. Er hatte das ja selber in seiner Schulzeit erlebt und hatte das auch nie wirklich leiden können, denn es war schwer sich jedes Mal auf einen neuen Professor einzustellen und zuerst immer wieder durchzugehen, wie weit sie bereits gekommen waren. Das konnte mit der Zeit nervig werden.
„Heißt das, sie sind auch hier zur Schule gegangen? In welchem Haus waren sie?“, fragte Hermine Granger plötzlich in den Raum hinein, ohne sich vorher gemeldet zu haben. Doch das war ihr anscheinend nicht wirklich bewusst.
„Nun, Miss…“, begann Remus zu sprechen.
„Miss Granger, Miss Hermine Granger, Professor“, entgegnete die Braunhaarige mit einer leicht rötlichen Mine.
„Nun, Miss Granger, ich war wirklich hier in Hogwarts zu meiner Schulzeit. Und ich war im Hause Gryffindor, um ihre Fragen zu beantworten“, erwiderte der blonde Mann. Doch sobald er bemerkte, dass einige der Löwen überheblich zu den Slytherin hinübergrinsten, erklärte er sofort, „Allerdings werde ich niemanden bevorzugen oder andere benachteiligen. Jeder muss sich bei mir beweisen und da ist es egal, aus welchem Haus er kommt!“
Daraufhin sahen die Gryffindors ziemlich enttäuscht aus, allen voran Ron Weasley. Der hatte sich schon in Gedanken die Hände gerieben, weil er gehofft hatte, dass die Schlangen viele Hauspunkte verlieren würden.
„Jedoch wollen wir jetzt keine Fragen zu meiner Person klären, sondern mit dem Stoff dieser Klassenstufe beginnen. Nach der Stunde bin ich gerne bereit auf Fragen über mich einzugehen“, meinte der Ältere, als er bemerkte, dass Hermine erneut eine Frage stellen wollte. „Unser erstes Thema lautet der Irrwicht. Er ist ein Schreckgespenst, das jedem anders erscheint. Er lauert in einem Schrank, einer Truhe oder dergleichen, wo es dunkel ist und wo keiner ihn sehen kann. Kaum wird er befreit, tritt es einer Person in der Gestalt entgegen, vor der sie sich am meisten fürchtet“, begann er zu erklären.
„Was passiert denn, wenn mehrere Leute vor ihm stehen?“, wollte Hermine wissen.
„Miss Granger, ich würde sie bitten sich zu melden und auf meine Aufforderung zu warten. Ich habe nichts gegen Fragen, aber die sollten nicht einfach in den Raum geworfen werden, verstanden?“, hakte er nach. Und sobald er das verlegende Nicken seiner Schülerin sah, fuhr er fort. „Wenn ein Irrwicht allerdings mit mehreren Personen gleichzeitig konfrontiert wird, so weiß er nicht, in welcher Gestalt er auftreten soll, und seine Wirkung verpufft. Um als Einzelperson einen Irrwicht unschädlich zu machen, ist der Riddikulus- Zauber am Besten geeignet. Man stellt sich die Sache vor, vor der man Angst hat und versucht sich zu überlegen, wie man es am besten lächerlich machen könnte, sodass es nicht mehr so erschreckend wirkt. Dann spricht man den Zauber und die Schreckensgestalt wird in eben diese lächerliche Form gezwungen und danach durch Gelächter zum Zerplatzen gebracht. Noch irgendwelche Fragen“, erkundigte sich der Lehrer nach seiner Erklärung.
Doch niemand meldete sich, auch nicht Hermine, die wohl noch immer verlegen war, weil sie negativ vor einem Professor aufgefallen war.
„Wenn das so ist, dann testen wir das jetzt. Ich habe nämlich einen Irrwicht besorgt“, berichtete Remus. Anschließend bat er die Schüler sich zu erheben, ließ die Bänke und Stühle verschwinden und einen Schrank in die Mitte des Raumes schweben. „Ihr stellt euch jetzt in einer Reihe auf und ich lasse dann den Irrwicht heraus. Ich will, dass jeder versucht ihn mit dem Riddikulus- Zauber in den Schrank zurückzutreiben. Habt ihr das verstanden?“, informierte sich der Verteidigungslehrer.
Nach einem Nicken aller Schüler begann der Spaß.
Als erstes hatte sich Neville gewagt, sich dem Irrwicht entgegenzustellen. Er hatte keine Ahnung, wovor er sich am meisten fürchtete. Am Anfang seiner Schulzeit wäre es sicher Professor Snape gewesen. Doch mittlerweile waren sie Freunde geworden und er verstand sich sehr gut mit diesem. Also wovor hatte er Angst?
Das sollte sich nur wenige Sekunden später herausstellen. Als Professor Lupin die Tür des Schrankes öffnete, schwebte eine kleine Flamme direkt auf den Gryffindor zu. Allem Anschein nach hatte sein neues Wesen doch mehr Auswirkungen auf seine Gefühlswelt, als er gedacht hatte. Denn früher hatte er keine besondere Furcht vor diesem Element gehabt, jedenfalls nicht in dem Masse wie jetzt. Der Braunäugige begann nämlich zu zittern, konnte das sogar nicht mal abstellen, als er es bemerkte. Langsam zog er sich Schritt für Schritt zurück. Dabei behielt er die Flamme die ganze Zeit im Auge.
„Mr. Longbottom, keine Angst, stellen sie sich vor, wie man es bezwingen kann und dann sprechen sie den Spruch!“, erinnerte Remus ihn.
‚Mal überlegen, wie machte man Feuer denn lächerlich?’, fragte sich der Drittklässler. Doch dann kam ihm eine Idee. Er sprach, „Riddikulus!“ und die Flamme verwandelte sich in eine Kerze. Anschließend ging er schnell auf sie zu, pustete und die Kerze erlisch. Alle Schüler begannen zu klatschen und auch der Verteidigungslehrer nickte anerkennend.
Danach folgte ein Schüler nach dem anderen. Rons Irrwicht verwandelte sich in eine riesige Spinne, der er mit Hilfe des Zauberspruches Rollschuhe anhexte. Daraufhin verlor das Tier das Gleichgewicht und klatschte auf den Boden.
Bei Hermine erschien Professor McGonagall, die ihr verkündete, sie sei bei den Prüfungen durchgefallen. Das Mädchen wäre fast in Ohnmacht gefallen, als sie das gehört hatte. Doch letztendlich sprach sie den Riddikulus- Zauber und die Professorin hatte plötzlich ein Minikleid an und äußerst viel Schminke im Gesicht.
Die Klasse konnte sich kaum auf den Beinen halten vor lachen.
Blaise Irrwicht war ein Wasserfall und Dracos war ein Wolf. Bei dem jungen Zabini lag es genau wie bei Neville an seinem inneren Wesen, das eine Abneigung gegen ein bestimmtes Element, das ihm gefährlich werden konnte, hatte.
Bei dem jungen Malfoy lag die Sache aber anders. Er fürchtete sich vor den Wölfen, weil er als 4-Jähriger mal beinahe von einem gefressen wurde. Er hatte sich heimlich aus dem Haus geschlichen und war in den Wald in der Nähe gegangen, weil er unbedingt ein Abenteuer erleben wollte. Nun, das Abenteuer hatte er bekommen, in Form eines riesigen Wolfes, der ziemlich hungrig gewesen war. Jedoch hatten Dracos Eltern frühzeitig das Verschwinden ihres Sprösslings bemerkt und ihn gesucht. Lucius hatte ihn dann rechtzeitig gefunden und ihn vor dem Tier gerettet. Allerdings hatte der Kleine seitdem eine riesige Angst vor den Wölfen.
Dennoch funktionierte der Riddikulus- Zauber auch bei den beiden, Blaise ließ das Wasser gefrieren und verwandelte es in einen Schneemann und Draco ließ einen riesigen Pfefferstreuer erscheinen, der den Wolf zum Niesen brachte.
Und letztendlich war es dann soweit, Harry Potter war an der Reihe. Er stellte sich nach vorne und wartete darauf, dass der Irrwicht aus dem Schrank trat. Im Klassenraum war es mucksmäuschenstill geworden. Jeder wollte wissen, wovor sich der Junge- der- lebt fürchtete. Würde nun Voldemort vor ihnen erscheinen? Oder gab es noch schlimmere Sachen, vor denen man Angst haben musste?
Einen Augenblick später öffnete sich die Tür des Schrankes und heraus kam dichter Nebel. In Nullkommanichts war der ganze Raum in undurchdringliches Weiß gehüllt. Niemand konnte mehr etwas erkennen, erst recht nicht mehr einen anderen Schüler.
Und als der Silberdrache das bemerkte, erkannte er auch seine größte Angst. Er fürchtete sich davor alleine zu sein, dass niemand mehr da war, mit dem er reden konnte oder der ihn mochte. Er hatte Angst vor der Einsamkeit.
Harry vermutete, dass das durch sein Unterbewusstsein hervorgerufen wurde, denn immerhin waren seine Eltern gestorben, als er noch klein war und seine Verwandten, die sich ja um ihn hätten kümmern sollen, hatten ihn in einer dunklen Nacht in einer einsamen Gasse bei den Mülltonnen weggeworfen. So etwas prägte, auch wenn man sich nicht wirklich daran erinnern konnte.
Doch wie sollte er sich dem entgegenstellen, er hatte keine Ahnung. Und so langsam verlor er sich in der Vorstellung, nur noch alleine auf der Welt zu sein, denn er sah nach wie vor niemanden seiner Klassenkameraden.
Allerdings verschwand der Nebel nach etwa 5 Minuten. Wie es aussah, hatte Professor Lupin den Irrwicht erneut in den Schrank verbannt. Anschließend beendete der Ältere die Stunde und entließ seine Schüler.
Diese gingen munter quatschend nach draußen, um zur nächsten Stunde zu gehen. Aber nebenbei war immer wieder zu hören: „…Angst vor Nebel…“ „…So was Lächerliches…“ „Der soll dem Unnennbaren entgegengetreten sein und jetzt ist das so ein Angsthase…“ Und noch einiges anderes flüsterten sich die Kinder zu.
Der Grünäugige selber wurde von dem Verteidigungslehrer zurückgehalten. „Gib nichts auf ihr Gerede, Harry, sie wissen es nicht besser. Ich weiß, dass es nicht der Nebel war, den du gefürchtet hast. Es war das Gefühl, das er hervorgerufen hatte, nicht wahr…? Die Einsamkeit ist deine Größte Angst“, hakte Remus nach.
„Keine Sorge, es stört mich nicht, wenn die anderen über mich reden. Oberflächlichkeit kratzt mich nicht die Bohne. Die einzigen, deren Meinung mir etwas bedeutet, würden solche Sachen niemals über mich sagen. Also höre ich einfach nicht hin. Und was ihre Vermutung angeht, ja, ich habe Angst alleine zu sein. Aber verstehen sie mich nicht falsch, ich meine nicht, alleine spazieren zu gehen oder nachts alleine im Bett zu schlafen, sondern einsam zu sein, ohne Kontakt zu irgendwem…“, erwiderte der Drittklässler. Dann sah er kurz runter zu Raziel, der an seinem Bein zog, denn es wurde auch für ihn Zeit zum nächsten Unterricht zu kommen. Außerdem hatte der Lichttiger ihm per Gedanken mitgeteilt, dass er und Harrys Freunde und Familie ihn nie alleine lassen würden. Das sollte er eigentlich wissen.
Das wiederum brachte den Silberdrachen zum Lächeln und er verabschiedete sich von dem Lehrer.
Dieser war nur froh, dass der andere bereits wieder lächeln konnte. Allerdings gab es noch etwas, das er klären wollte. „Harry, hättest du am Wochenende Zeit? Ich würde mich gerne ein wenig mit dir unterhalten. Nur, wenn du nichts dagegen hast, natürlich!“, äußerte der blonde Mann mit einem freundlichem Gesichtsausdruck.
„Kein Problem, wir können uns am Sonntag, um 14 Uhr bei ihren Quartieren treffen. Gegen ein Gespräch habe ich nichts. Aber nun muss ich los, sonst bekomme ich Ärger“, antwortete der Jüngere und lief nun endgültig los, um noch rechtzeitig zu seiner nächsten Stunde zu kommen.
Remus Lupin sah ihm mit einem Schmunzeln hinterher und sagte zu sich selber, „Er hat doch noch einiges von seinen Eltern!“
Der erste Schultag würde in ein paar Minuten beginnen, aber noch saßen die meisten Schüler in der Großen Halle beim Frühstück, so auch Harry und seine Freunde. Diesmal waren auch Dorothea und Diana bei ihnen.
Dorothea war ein ziemlich intelligentes Mädchen, deshalb war sie auch im Haus der Raben. Und selbst dort gehörte sie zu den Besten, was schon einiges über sie aussagte. Die Ravenclaw war mit 1,60 m eine der Größten ihres Jahrganges, hatte blonde mittellange Haare und blaue Augen, die stark an den Himmel erinnerten, wenn man hineinschaute. Jeder Junge würde über sie sagen, dass sie eine perfekte Schönheit wäre, wenn sie ihr Aussehen nicht hinter ihren zugeknöpften Kleidung und einer Brille verstecken würde. Harry hatte sie mal gefragt, warum sie keine Augenkorrektur machen ließ, denn das war in der magischen Welt nun wirklich kein Problem. Sie hatte nur geantwortet, dass sie nicht auffallen wollte, sie war nämlich äußerst schüchtern. Auch die Garderobe diente dazu, dass man ihr wunderschönes Antlitz nicht so leicht bemerkte.
Diana hingegen war fast genau das Gegenteil von Dorothea. Sie war energisch, sagte, wenn ihr was nicht passte und vertrat ihre Meinung, ohne wenn und aber. Doch ihr Aussehen entsprach nicht dem allgemeinen Schönheitsideal, das war jedenfalls die Ansicht einiger Jungs an der Schule. Das Mädchen aus Hufflepuff war ziemlich pumelig und auch nicht besonders groß. Ihre schulterlangen braunen Haare und ihre ebenfalls braunen Augen waren auch nichts besonderes, was die Aufmerksamkeit des männlichen Geschlechts auf sich ziehen würde. Doch das interessierte sie auch nicht. Ihr Motto lautete: Ich mag mich so, wie ich bin! Was andere über mich denken, ist ihre Sache, aber es stört mich nicht.
Harry mochte beide Mädchen, wohl auch, weil beide interessante Charaktere waren.
Diana erzählte gerade, was sie in den Ferien erlebt hatte, als sie plötzlich von Draco unterbrochen wurde. „Professor Snape sieht aus, als hätte er in den sauren Apfel gebissen. Was ist denn mit ihm passiert?“, fragte er in die Runde.
Das erweckte die Neugierde aller und einer nach dem anderen wandte sich dem Lehrertisch zu, wo ein äußerst böse schauender Tränkemeister saß, der wohl mit irgendetwas nicht ganz zufrieden war. Aber von den Freunden kannte wohl nur der Silberdrache den Grund.
„Es stört ihn, dass Professor Lupin jetzt hier unterrichtet. Er kannte ihn bereits aus seiner Schulzeit, er war ein Freund meiner Eltern. Und zusammen mit meinem Vater hat dieser Severus das Leben wirklich schwer gemacht. Sie haben ihn wohl einige Streiche gespielt, einige die sogar unter die Gürtellinie gingen. Das hat er ihm und den anderen nie verziehen… Das ist auch der Grund, warum er immer so böse wird, wenn ich ihm nach James Potter frage“, erklärte der Schwarzhaarige. Doch in Gedanken erinnerte er sich, dass er sich vorgenommen hatte, zwischen allen zu schlichten, denn der Drittklässler hatte keine Lust, dass Severus sich immer wieder mit seinem Paten und dessen Freunden stritt. Aber noch hatte das Zeit.
Die anderen hörten ihm nur neugierig zu und nickten am Ende verständnisvoll. Sie konnten das durchaus nachvollziehen.
Währenddessen am Lehrertisch waren auch die Professoren darauf aufmerksam geworden, dass einige der Schüler zu ihnen herüberschauten. Vor allem der Tränkemeister fühlte sich nach einiger Zeit etwas unbehaglich bei dem Gestarre von Harry und seinen Freunden. ‚Was ist denn los? Hab ich was im Gesicht’, fragte sich der Schwarzäugige.
Auch Dumbledore wandte sich nun zu seinem Professor für Zaubertränke. „Severus, ich glaube die Schüler wollen wissen, warum du heute so böse schaust, noch mehr als sonst. Das würde mich auch mal interessieren. Ist dir ein Trank misslungen? Oder…nun ja, mir fällt kein anderer Grund ein“, äußerte der Weißhaarige mit einem Augenzwinkern.
„Nein, Albus, meine Tränke misslingen nicht, das solltest du eigentlich wissen! Und jetzt entschuldige mich, ich muss mich auf den Unterricht vorbereiten, der bald beginnt. Ich habe gleich die neuen Erstklässler aus Ravenclaw und Slytherin, das wird bestimmt kein Zuckerschlecken. Einen schönen Tag auch!“ Damit verabschiedete sich der Schwarzhaarige und verließ die Große Halle.
„Ich glaube, wir haben ihn verjagt“, murmelte Harry leicht belustigt. „Er fand es wohl nicht so angenehm so angestarrt und dann auch noch vom Direktor in ein Gespräch gezogen zu werden… Allerdings erinnert mich das daran, dass wir uns auch auf den Weg machen sollten, immerhin will ich in meiner erste Stund mit Professor Lupin nicht zu spät kommen“, fuhr der Grünäugige fort.
„Oh, das heißt, du machst heute bei uns Verteidigung gegen die Dunklen Künste mit, Harry? Das ist ja toll“, erwiderte Blaise. „Ich bin auch schon gespannt, was wir bei dem neuen Lehrer lernen und wie gut er ist. Ich meine, die letzten beiden Jahre waren ja nicht so der Kracher… Weißt du ein bisschen mehr darüber, wie stark dieser Lupin ist?“, erkundigte sich der Slytherin.
„Remus wird sicher äußerst gut sein, das hat mir zumindest mein Pate verraten. Allem Anschein nach gehörte unser neuer Professor in seiner Schulzeit in diesem Fach zu den Besten. Ich schätze mal, dass sich das nicht wirklich geändert haben wird. Aber wir werden ja sehen. Und nun beeilt euch, wir müssen los!“, rief er noch aus.
Als wäre das das Stichwort gewesen, erhoben sich alle vom Tisch und gingen Richtung Eingangstür. Davor verabschiedeten sich die Jungs von den Mädchen, denn Ravenclaw und Hufflepuff hatten jetzt Kräuterkunde bei Professor Sprout. Anschließend liefen Harry und seine Freunde zu ihrem Klassenraum, um noch genug Zeit zu haben, sich einen Platz zu suchen.
Sobald sie ankamen, setzten sie sich, wie eigentlich in jeder Stunde, in die erste Reihe und warteten auf den Unterrichtsbeginn.
Nach und nach erschienen auch die anderen Schüler. Zum Schluss betrat Professor Lupin den Raum und schloss die Tür hinter sich. Er stellte sich nach vorne und wandte sich dann der Klasse zu. „Hi, mein Name ist Remus Lupin und ich werde dieses Jahr Verteidigung gegen die Dunkle Künste unterrichten. Allerdings kann ich noch nicht versprechen, dass ich auch nächstes Jahr noch hier bin. Denn ich weiß genauso wie ihr, dass gerade die Lehrer in diesem Fach nie länger als ein Jahr bleiben. Aber natürlich werde ich mein Bestes geben, um diesen Fluch zu brechen“, schmunzelte der Ältere. Er hatte das ja selber in seiner Schulzeit erlebt und hatte das auch nie wirklich leiden können, denn es war schwer sich jedes Mal auf einen neuen Professor einzustellen und zuerst immer wieder durchzugehen, wie weit sie bereits gekommen waren. Das konnte mit der Zeit nervig werden.
„Heißt das, sie sind auch hier zur Schule gegangen? In welchem Haus waren sie?“, fragte Hermine Granger plötzlich in den Raum hinein, ohne sich vorher gemeldet zu haben. Doch das war ihr anscheinend nicht wirklich bewusst.
„Nun, Miss…“, begann Remus zu sprechen.
„Miss Granger, Miss Hermine Granger, Professor“, entgegnete die Braunhaarige mit einer leicht rötlichen Mine.
„Nun, Miss Granger, ich war wirklich hier in Hogwarts zu meiner Schulzeit. Und ich war im Hause Gryffindor, um ihre Fragen zu beantworten“, erwiderte der blonde Mann. Doch sobald er bemerkte, dass einige der Löwen überheblich zu den Slytherin hinübergrinsten, erklärte er sofort, „Allerdings werde ich niemanden bevorzugen oder andere benachteiligen. Jeder muss sich bei mir beweisen und da ist es egal, aus welchem Haus er kommt!“
Daraufhin sahen die Gryffindors ziemlich enttäuscht aus, allen voran Ron Weasley. Der hatte sich schon in Gedanken die Hände gerieben, weil er gehofft hatte, dass die Schlangen viele Hauspunkte verlieren würden.
„Jedoch wollen wir jetzt keine Fragen zu meiner Person klären, sondern mit dem Stoff dieser Klassenstufe beginnen. Nach der Stunde bin ich gerne bereit auf Fragen über mich einzugehen“, meinte der Ältere, als er bemerkte, dass Hermine erneut eine Frage stellen wollte. „Unser erstes Thema lautet der Irrwicht. Er ist ein Schreckgespenst, das jedem anders erscheint. Er lauert in einem Schrank, einer Truhe oder dergleichen, wo es dunkel ist und wo keiner ihn sehen kann. Kaum wird er befreit, tritt es einer Person in der Gestalt entgegen, vor der sie sich am meisten fürchtet“, begann er zu erklären.
„Was passiert denn, wenn mehrere Leute vor ihm stehen?“, wollte Hermine wissen.
„Miss Granger, ich würde sie bitten sich zu melden und auf meine Aufforderung zu warten. Ich habe nichts gegen Fragen, aber die sollten nicht einfach in den Raum geworfen werden, verstanden?“, hakte er nach. Und sobald er das verlegende Nicken seiner Schülerin sah, fuhr er fort. „Wenn ein Irrwicht allerdings mit mehreren Personen gleichzeitig konfrontiert wird, so weiß er nicht, in welcher Gestalt er auftreten soll, und seine Wirkung verpufft. Um als Einzelperson einen Irrwicht unschädlich zu machen, ist der Riddikulus- Zauber am Besten geeignet. Man stellt sich die Sache vor, vor der man Angst hat und versucht sich zu überlegen, wie man es am besten lächerlich machen könnte, sodass es nicht mehr so erschreckend wirkt. Dann spricht man den Zauber und die Schreckensgestalt wird in eben diese lächerliche Form gezwungen und danach durch Gelächter zum Zerplatzen gebracht. Noch irgendwelche Fragen“, erkundigte sich der Lehrer nach seiner Erklärung.
Doch niemand meldete sich, auch nicht Hermine, die wohl noch immer verlegen war, weil sie negativ vor einem Professor aufgefallen war.
„Wenn das so ist, dann testen wir das jetzt. Ich habe nämlich einen Irrwicht besorgt“, berichtete Remus. Anschließend bat er die Schüler sich zu erheben, ließ die Bänke und Stühle verschwinden und einen Schrank in die Mitte des Raumes schweben. „Ihr stellt euch jetzt in einer Reihe auf und ich lasse dann den Irrwicht heraus. Ich will, dass jeder versucht ihn mit dem Riddikulus- Zauber in den Schrank zurückzutreiben. Habt ihr das verstanden?“, informierte sich der Verteidigungslehrer.
Nach einem Nicken aller Schüler begann der Spaß.
Als erstes hatte sich Neville gewagt, sich dem Irrwicht entgegenzustellen. Er hatte keine Ahnung, wovor er sich am meisten fürchtete. Am Anfang seiner Schulzeit wäre es sicher Professor Snape gewesen. Doch mittlerweile waren sie Freunde geworden und er verstand sich sehr gut mit diesem. Also wovor hatte er Angst?
Das sollte sich nur wenige Sekunden später herausstellen. Als Professor Lupin die Tür des Schrankes öffnete, schwebte eine kleine Flamme direkt auf den Gryffindor zu. Allem Anschein nach hatte sein neues Wesen doch mehr Auswirkungen auf seine Gefühlswelt, als er gedacht hatte. Denn früher hatte er keine besondere Furcht vor diesem Element gehabt, jedenfalls nicht in dem Masse wie jetzt. Der Braunäugige begann nämlich zu zittern, konnte das sogar nicht mal abstellen, als er es bemerkte. Langsam zog er sich Schritt für Schritt zurück. Dabei behielt er die Flamme die ganze Zeit im Auge.
„Mr. Longbottom, keine Angst, stellen sie sich vor, wie man es bezwingen kann und dann sprechen sie den Spruch!“, erinnerte Remus ihn.
‚Mal überlegen, wie machte man Feuer denn lächerlich?’, fragte sich der Drittklässler. Doch dann kam ihm eine Idee. Er sprach, „Riddikulus!“ und die Flamme verwandelte sich in eine Kerze. Anschließend ging er schnell auf sie zu, pustete und die Kerze erlisch. Alle Schüler begannen zu klatschen und auch der Verteidigungslehrer nickte anerkennend.
Danach folgte ein Schüler nach dem anderen. Rons Irrwicht verwandelte sich in eine riesige Spinne, der er mit Hilfe des Zauberspruches Rollschuhe anhexte. Daraufhin verlor das Tier das Gleichgewicht und klatschte auf den Boden.
Bei Hermine erschien Professor McGonagall, die ihr verkündete, sie sei bei den Prüfungen durchgefallen. Das Mädchen wäre fast in Ohnmacht gefallen, als sie das gehört hatte. Doch letztendlich sprach sie den Riddikulus- Zauber und die Professorin hatte plötzlich ein Minikleid an und äußerst viel Schminke im Gesicht.
Die Klasse konnte sich kaum auf den Beinen halten vor lachen.
Blaise Irrwicht war ein Wasserfall und Dracos war ein Wolf. Bei dem jungen Zabini lag es genau wie bei Neville an seinem inneren Wesen, das eine Abneigung gegen ein bestimmtes Element, das ihm gefährlich werden konnte, hatte.
Bei dem jungen Malfoy lag die Sache aber anders. Er fürchtete sich vor den Wölfen, weil er als 4-Jähriger mal beinahe von einem gefressen wurde. Er hatte sich heimlich aus dem Haus geschlichen und war in den Wald in der Nähe gegangen, weil er unbedingt ein Abenteuer erleben wollte. Nun, das Abenteuer hatte er bekommen, in Form eines riesigen Wolfes, der ziemlich hungrig gewesen war. Jedoch hatten Dracos Eltern frühzeitig das Verschwinden ihres Sprösslings bemerkt und ihn gesucht. Lucius hatte ihn dann rechtzeitig gefunden und ihn vor dem Tier gerettet. Allerdings hatte der Kleine seitdem eine riesige Angst vor den Wölfen.
Dennoch funktionierte der Riddikulus- Zauber auch bei den beiden, Blaise ließ das Wasser gefrieren und verwandelte es in einen Schneemann und Draco ließ einen riesigen Pfefferstreuer erscheinen, der den Wolf zum Niesen brachte.
Und letztendlich war es dann soweit, Harry Potter war an der Reihe. Er stellte sich nach vorne und wartete darauf, dass der Irrwicht aus dem Schrank trat. Im Klassenraum war es mucksmäuschenstill geworden. Jeder wollte wissen, wovor sich der Junge- der- lebt fürchtete. Würde nun Voldemort vor ihnen erscheinen? Oder gab es noch schlimmere Sachen, vor denen man Angst haben musste?
Einen Augenblick später öffnete sich die Tür des Schrankes und heraus kam dichter Nebel. In Nullkommanichts war der ganze Raum in undurchdringliches Weiß gehüllt. Niemand konnte mehr etwas erkennen, erst recht nicht mehr einen anderen Schüler.
Und als der Silberdrache das bemerkte, erkannte er auch seine größte Angst. Er fürchtete sich davor alleine zu sein, dass niemand mehr da war, mit dem er reden konnte oder der ihn mochte. Er hatte Angst vor der Einsamkeit.
Harry vermutete, dass das durch sein Unterbewusstsein hervorgerufen wurde, denn immerhin waren seine Eltern gestorben, als er noch klein war und seine Verwandten, die sich ja um ihn hätten kümmern sollen, hatten ihn in einer dunklen Nacht in einer einsamen Gasse bei den Mülltonnen weggeworfen. So etwas prägte, auch wenn man sich nicht wirklich daran erinnern konnte.
Doch wie sollte er sich dem entgegenstellen, er hatte keine Ahnung. Und so langsam verlor er sich in der Vorstellung, nur noch alleine auf der Welt zu sein, denn er sah nach wie vor niemanden seiner Klassenkameraden.
Allerdings verschwand der Nebel nach etwa 5 Minuten. Wie es aussah, hatte Professor Lupin den Irrwicht erneut in den Schrank verbannt. Anschließend beendete der Ältere die Stunde und entließ seine Schüler.
Diese gingen munter quatschend nach draußen, um zur nächsten Stunde zu gehen. Aber nebenbei war immer wieder zu hören: „…Angst vor Nebel…“ „…So was Lächerliches…“ „Der soll dem Unnennbaren entgegengetreten sein und jetzt ist das so ein Angsthase…“ Und noch einiges anderes flüsterten sich die Kinder zu.
Der Grünäugige selber wurde von dem Verteidigungslehrer zurückgehalten. „Gib nichts auf ihr Gerede, Harry, sie wissen es nicht besser. Ich weiß, dass es nicht der Nebel war, den du gefürchtet hast. Es war das Gefühl, das er hervorgerufen hatte, nicht wahr…? Die Einsamkeit ist deine Größte Angst“, hakte Remus nach.
„Keine Sorge, es stört mich nicht, wenn die anderen über mich reden. Oberflächlichkeit kratzt mich nicht die Bohne. Die einzigen, deren Meinung mir etwas bedeutet, würden solche Sachen niemals über mich sagen. Also höre ich einfach nicht hin. Und was ihre Vermutung angeht, ja, ich habe Angst alleine zu sein. Aber verstehen sie mich nicht falsch, ich meine nicht, alleine spazieren zu gehen oder nachts alleine im Bett zu schlafen, sondern einsam zu sein, ohne Kontakt zu irgendwem…“, erwiderte der Drittklässler. Dann sah er kurz runter zu Raziel, der an seinem Bein zog, denn es wurde auch für ihn Zeit zum nächsten Unterricht zu kommen. Außerdem hatte der Lichttiger ihm per Gedanken mitgeteilt, dass er und Harrys Freunde und Familie ihn nie alleine lassen würden. Das sollte er eigentlich wissen.
Das wiederum brachte den Silberdrachen zum Lächeln und er verabschiedete sich von dem Lehrer.
Dieser war nur froh, dass der andere bereits wieder lächeln konnte. Allerdings gab es noch etwas, das er klären wollte. „Harry, hättest du am Wochenende Zeit? Ich würde mich gerne ein wenig mit dir unterhalten. Nur, wenn du nichts dagegen hast, natürlich!“, äußerte der blonde Mann mit einem freundlichem Gesichtsausdruck.
„Kein Problem, wir können uns am Sonntag, um 14 Uhr bei ihren Quartieren treffen. Gegen ein Gespräch habe ich nichts. Aber nun muss ich los, sonst bekomme ich Ärger“, antwortete der Jüngere und lief nun endgültig los, um noch rechtzeitig zu seiner nächsten Stunde zu kommen.
Remus Lupin sah ihm mit einem Schmunzeln hinterher und sagte zu sich selber, „Er hat doch noch einiges von seinen Eltern!“